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16. März 2017

Best Practice für (Vor-)Sorge am Lebensende aus Oregon

 

Tolle SW, Teno JM. Lessons from Oregon in Embracing Complexity in End-of-Life Care. N Engl J Med. 2017;376(11):1078-1082. DOI 10.1056/NEJMsb1612511.

 

Der US-Bundestaat Oregon investiert seit den 1990er-Jahren in den Aufbau eines Programms zur besseren (Vor-)Sorge für das Lebensende. Susan Tolle und Joan Teno stellen in ihrem Beitrag die Charakeristika und wesentlichen Erfolgskriterien dar.

 

Charakteristika

Das Programm zielt darauf ab, dass möglichst viele Menschen sich über ihre Präferenzen für Phasen kritischer Krankheit und des Lebensendes klar werden. Ein wesentlicher Baustein, um diesen persönlichen Präferenzen gerecht zu werden, ist das "Physician Orders for Life-Sustaining Treatment"-Formular (POLST). Es gewährleistet eine klare Dokumentation und Kommunikation der Präferenzen über verschiedene Versorgungssettings hinweg.

 

Erfolgskriterien

Die wesentlichen Erfolgskriterien ergeben sich aus dem systemischen Ansatz des Programms. Statt isolierter Einzelmaßnahmen werden Interventionen auf vier miteinander zusammenhängenden Ebenen durchgeführt:

  • Auf individueller Ebene werden die Bürgerinnen und Bürger über die Medien und lokale Veranstaltungen über das Programm zur Vorsorge für Entscheidungen in kritischer Krankheit bzw. am Lebensende informiert. Ebenso werden die lokalen Gesundheitsdienste-Anbieter geschult.
  • Auf Ebene der Bundesstaats-Verwaltung wurde ein verbindliches Register für POLST-Erklärungen eingeführt, auf das die Gesundheitsdienste-Anbieter leicht zugreifen können. Zudem wurde klargestellt, dass eine POLST-Erklärung, die z.B. mit einer Hausärztin aufgesetzt wurde, auch in der Notfallaufnahme eines Krankenhauses gilt.
  • Auf Ebene der Gesundheitsdienste-Organisationen wurde das Personal für die Errichtung einer POLST-Erklärung geschult. Außerdem wurde in die Möglichkeit eines kurzfristigen Transfers in ein stationäres Hospiz investiert, um die Präferenzen auch tatsächlich verwirklichen zu können.
  • Auf lokaler Ebene wurden engagierte Personen und Gruppen identifiziert, die den Wert des Programms gut nachvollziehbar machen können.

Effekte

Auch wenn es nicht die Effekte des Programms alleine sind, so hat sich die Sorge um Menschen am Lebensende in Oregon doch merklich auch in einigen Kennzahlen verändert:

  • Fast 66% aller Menschen in Oregon kann zu Hause sterben (im Rest der USA sind dies nur knapp 40%).
  • Der Anteil jener Menschen, die in ihren letzten 30 Lebenstagen noch auf eine Intensivstation transferiert wurden, beträgt in Oregon 18% (Rest der USA: 29%).
  • Patienten, die in ihrem letzten Lebensmonat noch einmal ins Krankenhaus mussten, konnten dieses in Oregon zu 74% wieder verlassen, um zu Hause zu sterben (Rest der USA: 54%).

Insgesamt wird damit deutlich, dass ein Programm der (Vor-)Sorge für Entscheidungen am Lebensende wie jenes in Oregon eine Betreuung begünstigt, die den Präferenzen der betroffenen Menschen gerecht wird.

 

Link zum orginial NEJM-Beitrag

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