Lernen kennt kein Alter: Mit 67 noch einmal zurück ins Praktikum
Die in Ebenthal lebende Pensionistin Cornelia Toth absolviert derzeit ihr Pflichtpraktikum im Rahmen ihrer Ausbildung zur Ordinationsassistentin. Insgesamt umfasst dieses 325 Stunden. Eingesetzt war sie bereits in der Chirurgischen Ambulanz, der Aufklärungsambulanz, der Endoskopie sowie zuletzt in der CED-Ambulanz für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen. „Ergänzend kann ich mein theoretisches Wissen in die Praxis umsetzen und gleichzeitig viel Neues dazulernen“, erzählt Cornelia Toth.

Cornelia Toth absolvierte ihr Praktikum zuletzt in der CED-Ambulanz des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan. Im Bild gemeinsam mit Study Nurse DGKP Monika Bresztowanszky.
Beruflich schlug sie ursprünglich einen anderen Weg ein: Nach ihrer Ausbildung zur Hotelkauffrau und einem Auslandsjahr in England arbeitete sie viele Jahre im Sekretariat der Kulturabteilung der Landeshauptstadt Klagenfurt. Vor zwei Jahren ging sie in Pension. Anfangs nutzte sie die neu gewonnene Zeit vor allem zum Reisen – etwas, das während des Berufslebens oft zu kurz gekommen war. Doch irgendwann wurde ihr klar: „Ich möchte meinem inneren Wunsch nachgehen und Erfahrungen im medizinischen Bereich sammeln.“
Zurück in den Lernalltag
Die Entscheidung für die Ausbildung fiel bewusst. Besonders wichtig war ihr dabei der hohe Praxisbezug. Nach einem ersten Praktikum in einer gynäkologischen Ordination fehlten ihr noch praktische Inhalte wie venöse Blutabnahmen oder das Schreiben von EKGs. Heute beschäftigt sie sich intensiv mit Anatomie, Medikamenten, Ambulanzabläufen und der Betreuung von Patient:innen – Themenbereiche, mit denen sie zuvor kaum Berührungspunkte hatte. „Vieles versteht man erst, wenn man im Krankenhausalltag mitarbeitet. Das kann kein Lehrbuch ersetzen“, sagt sie. Dass sie ihr Praktikum im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan absolviert, hat auch familiäre Gründe: Ihre Tochter, Dr. Carina Toth, arbeitet hier als Chirurgin – und wurde selbst in diesem Krankenhaus geboren.
Besonders beeindruckt zeigt sich Cornelia Toth vom Miteinander im Haus. Vor allem in den Ambulanzbereichen habe sie viel Unterstützung erfahren. „Es nimmt sich immer jemand Zeit, Fragen zu beantworten und praktische Abläufe zu erklären. Dafür bin ich sehr dankbar.“
Auch nach Abschluss der Ausbildung schließt sie nicht aus, weiterhin in ihrem „zweiten Beruf“ tätig zu sein. „Lernen hört schließlich nie auf“, sagt sie mit einem Lächeln.