Hitze: Appell zur Vorsicht für ältere und chronisch kranke Menschen
„Hitze ist keineswegs nur eine Belastung des Wohlbefindens. Sie kann insbesondere bei älteren und chronisch kranken Menschen zu schweren Kreislaufproblemen, Flüssigkeitsmangel und Krankenhausaufnahmen führen. Prävention ist daher von entscheidender Bedeutung“, betont Prim. Dr. Hans Peter Gröchenig vom Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan.

Ausreichende Flüssigkeitszufuhr besonders wichtig
Mit steigenden Temperaturen erhöht sich der Flüssigkeitsbedarf deutlich. Gerade ältere Menschen verspüren häufig weniger Durst. Menschen mit Demenz vergessen oftmals zu trinken oder können ihren Flüssigkeitsbedarf nicht ausreichend einschätzen. Angehörige und Betreuungspersonen sollten daher aktiv und regelmäßig Getränke anbieten.
Internist und Abteilungsvorstand:
Prim. Dr. Hans Peter Gröchenig
Abteilung für Innere Medizin
Medikamente während Hitzeperioden überprüfen
Bei ausgeprägter Hitze kann im Einzelfall eine ärztliche Überprüfung bestimmter Medikamente sinnvoll sein. Dazu zählen insbesondere harntreibende Medikamente (Diuretika) wie Furosemid, Torasemid, Hydrochlorothiazid (HCT), Xipamid, Indapamid, Spironolacton und Eplerenon sowie SGLT-2-Hemmer wie Empagliflozin, Dapagliflozin, Canagliflozin und Ertugliflozin.
Patient:innen sollten ihre Medikation keinesfalls eigenständig absetzen. Eine mögliche vorübergehende Anpassung muss immer individuell und in Rücksprache mit der behandelnden Ärztin oder dem oder der behandelnden Ärzt:in erfolgen.
Warnzeichen eines Flüssigkeitsmangels
• Ausgeprägter Durst
• Trockener Mund und trockene Schleimhäute
• Verminderte Urinmenge oder dunkel gefärbter Harn
• Müdigkeit und Leistungsschwäche
• Schwindel und Kreislaufbeschwerden
• Konzentrationsstörungen und Verwirrtheit
• Kopfschmerzen
• Herzrasen und Blutdruckabfall
• Erhöhte Sturzgefahr

Schatten aufsuchen und Belastungen vermeiden
Körperlich anstrengende Tätigkeiten im Freien sollten nach Möglichkeit in die frühen Morgen- oder Abendstunden verlegt werden. Zwischen 11 und 17 Uhr wird empfohlen, direkte Sonneneinstrahlung zu meiden, schattige Bereiche aufzusuchen, leichte Kleidung zu tragen und regelmäßige Trinkpausen einzulegen.
Sonnenstich früh erkennen
Typische Symptome eines Sonnenstichs sind:
• Starke Kopfschmerzen
• Schwindel
• Übelkeit und Erbrechen
• Nackensteifigkeit
• Benommenheit oder Unruhe
• Lichtempfindlichkeit
• Erhöhte Körpertemperatur
Bei Verdacht auf einen Sonnenstich sollten Betroffene umgehend in den Schatten oder einen kühlen Raum gebracht, der Kopf gekühlt und bei schwereren Symptomen medizinische Hilfe verständigt werden.
Appell an die Bevölkerung
„Achten Sie in den kommenden Tagen besonders auf ältere Angehörige, Nachbarn und pflegebedürftige Menschen. Ein kurzer Besuch, ein Telefonat oder das Erinnern ans Trinken kann einen wichtigen Beitrag zum Gesundheitsschutz leisten“, so Prim. Dr. Hans Peter Gröchenig.
