20 Jahre St. Veiter Gastroenterologiegespräche: Wenn sich die Fachwelt in Kärnten trifft
Die St. Veiter Gastroenterologiegespräche feiern heuer ihr 20-jähriges Bestehen. Was als regionale Fortbildungsveranstaltung begann, hat sich über zwei Jahrzehnte zu einem festen Termin im Kalender der österreichischen Gastroenterologie entwickelt. Zum Jubiläum werden am 3. und 4. Juli rund 200 Fachärzt:innen aus Österreich und dem Ausland erwartet. Die wissenschaftlichen Beiträge finden in der Blumenhalle St. Veit statt, der begleitende Darmultraschall-Kurs wird direkt im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit abgehalten.

Prim. Dr. Hans Peter Gröchenig (rechts am Bild), Abteilungsvorstand der Inneren Medizin am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit, gemeinsam mit OA Dr. Marco Franzoi bei der Anwendung moderner Ultraschalldiagnostik im klinischen Alltag. Das Krankenhaus ist das einzige IBUS-zertifizierte Ausbildungszentrum für Darmultraschall in Österreich.
Verantwortet wird die Veranstaltung von Primar Dr. Hans Peter Gröchenig, dem Ersten Oberarzt Dr. Harald Weiß und Oberarzt Dr. Marco Franzoi, die die von ihren Vorgängern begründete Fortbildungsreihe seit mehreren Jahren weiterführen und gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie (ÖGGH) organisieren.
Internationale Expertin im Zentrum des Programms
Ein Schwerpunkt der diesjährigen Tagung ist der Darmultraschall bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Mit Dr. Frauke Petersen aus Lüneburg reist eine der international führenden Expertinnen auf diesem Gebiet nach St. Veit. Sie zählt zu den prägenden Persönlichkeiten der International Bowel Ultrasound Group (IBUS) und hat die Entwicklung der intestinalen Sonographie maßgeblich mitgestaltet.
Bereits im Vorfeld der Tagung leitet sie gemeinsam mit OA Dr. Marco Franzoi einen Spezialkurs im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit. Der Kurs war – wie bereits im Vorjahr – innerhalb kurzer Zeit ausgebucht. „Dass Dr. Frauke Petersen nach St. Veit kommt, ist für unseren Standort eine besondere Anerkennung. Sie hat den Darmultraschall international wesentlich geprägt und gibt ihr Wissen hier direkt an Kolleg:innen weiter“, sagt OA Dr. Marco Franzoi. Zwischen Petersen und Franzoi besteht eine enge fachliche Verbindung: Franzoi absolvierte seine Ausbildung im Darmultraschall unter anderem bei ihr und ist heute selbst als IBUS-Tutor in der internationalen Ausbildung tätig.
Österreichs einziges IBUS-Ausbildungszentrum
Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit ist Österreichs erstes und derzeit einziges von der International Bowel Ultrasound Group (IBUS) zertifiziertes Ausbildungszentrum für Darmultraschall. Damit ist der Standort Teil eines internationalen Netzwerks, das die Ausbildung und Standardisierung der intestinalen Sonographie vorantreibt.
Vor allem Patient:innen mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa profitieren davon. Der Darmultraschall ermöglicht eine schnelle, strahlungsfreie und jederzeit wiederholbare Beurteilung des Krankheitsverlaufs und unterstützt eine gezielte Therapieplanung.
„Die IBUS-Zertifizierung zeigt, dass wir in St. Veit konsequent auf Spezialisierung und Qualität setzen. Unser Ziel ist es, moderne Diagnostik direkt in die Versorgung unserer Patient:innen zu bringen“, sagt Prim. Dr. Hans Peter Gröchenig.
Fachgebiet im Wandel
Die Gastroenterologie zählt zu den medizinischen Disziplinen mit besonders dynamischer Entwicklung. Vor allem in der Endoskopie haben neue Verfahren das Behandlungsspektrum deutlich erweitert. Viele Eingriffe, die früher operativ durchgeführt wurden, können heute minimalinvasiv erfolgen.
Welche Therapie gewählt wird, entscheidet das interdisziplinäre Team am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit gemeinsam im Tumorboard.
Unter dem Kongressmotto „Pushing the Limits – Grenzen verschieben und Grenzen neu denken“ werden aktuelle Entwicklungen in Endoskopie, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, Hepatologie, Onkologie sowie der Einsatz moderner Bildgebung und künstlicher Intelligenz diskutiert.
Austausch mit direktem Nutzen für Patient:innen
„Fortbildung ist nur dann sinnvoll, wenn sie den Weg in die tägliche Praxis findet. Genau das passiert hier in St. Veit – und davon profitieren letztlich die Patient:innen“, sagt Prim. Dr. Gröchenig und freut sich, dass die 20. St. Veiter Gastroenterologiegespräche wissenschaftlichen Austausch, internationale Vernetzung und klinische Praxis verbinden. Dass die Tagung in der Blumenhalle St. Veit stattfindet und der Darmultraschall-Kurs im Krankenhaus selbst abgehalten wird, unterstreicht die enge Verbindung zwischen Theorie und klinischem Alltag – ein Konzept, das sich in den vergangenen 20 Jahren etabliert hat und
St. Veit zu einem festen Treffpunkt der Fachwelt gemacht hat.

OA Dr. Marco Franzoi und Prim. Dr. Hans Peter Gröchenig (rechts)
Programm Tagung Gastrogespräche