Erste Kärntner Ärztin mit Endoskopie-Diplom
Was früher häufig eine Operation erforderte, lässt sich heute in vielen Fällen mit einem endoskopischen Eingriff behandeln. Blutungen stillen, Polypen entfernen oder verengte Gallengänge erweitern – vieles ist inzwischen ohne großen chirurgischen Eingriff möglich.
Voraussetzung dafür sind Ärzt:innen mit entsprechender Spezialisierung. Eine von ihnen ist Oberärztin und Internistin Dr. Karin Steidl vom Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit. Sie hat das Diplom für interventionelle Endoskopie der Österreichischen Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie (ÖGGH) erworben. Damit ist sie die erste Ärztin in Kärnten und eine von bisher zwei Ärztinnen in Österreich, die diese Qualifikation besitzen.

OÄ Dr. Karin Steidl (2. v. links) ist die erste Ärztin in Kärnten mit dem ÖGGH-Diplom für interventionelle Endoskopie.
Ass. Dr. Bernhard Fischer (2. von rechts.), ist Förderpreisträger für Nachwuchsendoskopiker 2026
Schonende Eingriffe statt Operation
Die interventionelle Endoskopie verbindet Diagnose und Behandlung. Während einer Untersuchung können Blutungen gestillt, Polypen entfernt oder Engstellen im Verdauungstrakt erweitert werden. Für viele Patient:innen bedeutet das einen schonenderen Eingriff, eine kürzere Erholungszeit und häufig die Vermeidung einer Operation. „Viele Verfahren haben sich in den vergangenen Jahren stark weiterentwickelt. Eingriffe, die früher operiert werden mussten, können heute oft endoskopisch erfolgen. Diese Möglichkeiten möchten wir unseren Patient:innnen auch in St. Veit anbieten und weiter ausbauen. Vorsorgeuntersuchungen stehen dabei nicht im Mittelpunkt – der Schwerpunkt liegt auf spezialisierten diagnostischen und therapeutischen Eingriffen nach Überweisung durch den niedergelassenen Bereich“, sagt OÄ Dr. Karin Steidl erfreut.

OÄ Dr. Karin Steidl ist Fachärztin für Innere Medizin mit Schwerpunkt Gastroenterologie / Endoskopie
Neue Endoskopie erweitert das Angebot
Die zusätzliche Spezialisierung der Gastroenterologin fällt mit einem weiteren Entwicklungsschritt zusammen: Noch heuer nimmt die neue Endoskopie am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit ihren Betrieb auf. Mit zusätzlichen Untersuchungsräumen und neuer Ausstattung können künftig weitere diagnostische und therapeutische Verfahren vor Ort angeboten werden. „Mit der neuen Endoskopie schaffen wir die Voraussetzungen, unser Leistungsspektrum gezielt auszubauen. Gleichzeitig investieren wir in die Spezialisierung unserer Mitarbeitenden. Beides gehört zusammen und kommt unmittelbar der Versorgung unserer Patient:innen zugute“, sagt Prim. Dr. Hans Peter Gröchenig, Vorstand der Abteilung für Innere Medizin.
Auszeichnungen für das St. Veiter Team
Auch bei der 59. Jahrestagung der ÖGGH in Salzburg war die Abteilung für Innere Medizin vertreten. Ass. Dr. Bernhard Fischer erhielt den Förderpreis für Nachwuchsendoskopiker 2026. Mit der Auszeichnung würdigt die Fachgesellschaft junge Ärzt:innen, die sich durch besonderes Engagement und fachliche Leistungen in der Endoskopie hervortun. „Der Preis freut mich sehr. Gleichzeitig ist er Ansporn, mich fachlich weiterzuentwickeln. Gerade in der Endoskopie entstehen laufend neue Möglichkeiten, von denen unsere Patient:innen profitieren können“, sagt Ass. Dr. Bernhard Fischer.
Darüber hinaus präsentierten OÄ Dr. Karin Steidl, Ass. Dr. Florian Strasser und
Ass. Dr. Antonia Müller zwei wissenschaftliche Poster. Ärzt:innen der Abteilung führten außerdem durch Programmpunkte der Jahrestagung. Ass. Dr. Antonia Müller organisierte zudem das 4. Pre-Symposium der Young ÖGGH, das sich an den gastroenterologischen Nachwuchs richtet.