Summer Teaching in St. Veit: Medizin üben statt nur zusehen
Dafür kamen entsprechende Trainingsgeräte zum Einsatz. An sieben Terminen im Juli und August gaben Ärzt:innen verschiedener Abteilungen Einblick in ihren Arbeitsalltag und trainierten mit den Teilnehmer:innen Untersuchungen und medizinische Fertigkeiten. Untersuchungen an Patient:innen erfolgten ausschließlich nach deren schriftlicher Einverständniserklärung.
Medizin zum Ausprobieren statt nur zum Zuschauen: Beim Summer Teaching des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan konnten Famulant:innen, KPJ-Studierende (Klinisch-Praktisches-Jahr) und Interessierte im Juli und August unterschiedliche Fachbereiche direkt in der Praxis kennenlernen. In kleinen Gruppen mit meist maximal acht Teilnehmer:innen blieb genügend Zeit, Untersuchungstechniken selbst auszuprobieren, Befunde gemeinsam zu besprechen und Fragen unmittelbar mit den Ärzt:innen zu klären.
Von der radiologischen Befundung direkt zum Ultraschall, weiter zum Gastroskopie-Training und schließlich zur Reanimation: Beim Summer Teaching wechselten die Studierenden laufend die Perspektive. Auf dem Trainingsplan standen Sonographie- und Echokardiographie-Basics, Arbeiten am Endotrainer und Advanced Life Support. Zum Abschluss wurde es chirurgisch – mit Nahttechnik und ersten Übungen in der Laparoskopie. Kurz: ein Sommer mit viel Praxis und noch mehr Gelegenheit, selbst Hand anzulegen.
Auch im Organisationsteam kommt das Format gut an. „Medizin lernt man nicht nur durchs Zuschauen. Man muss Dinge selbst ausprobieren, Fragen stellen und ein Gefühl für die Abläufe bekommen. Genau das wollen wir mit dem Summer Teaching ermöglichen“, sagt Ass. Dr. Bernhard Fischer, der mehrere Einheiten betreute.
Ultraschall in der Schwangerenambulanz
Einen eigenen Ausbildungstag gestaltete die Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe. Dort beschäftigten sich die Studierenden mit Untersuchungen und Abläufen rund um Schwangerschaft und Geburt.
In der Schwangerenambulanz konnten die Studierenden unter Anleitung von Oberarzt Dr. Michael Schreibmayer, Ass. Dr. Jasmina Kaplan, Ass. Dr. Clara Hannke und Ass. Dr. Jenny Fantitsch selbst die fetale Biometrie durchführen.

Dabei werden mittels Ultraschall bestimmte Körpermaße des ungeborenen Kindes erhoben, um Wachstum und Entwicklung beurteilen zu können. Für die Studierenden hieß das: Schallkopf in die Hand, Maß nehmen – und hoffen, dass der kleine „Untersuchungsgast“ gerade gut mitspielt.
Neben der Untersuchungstechnik ging es auch darum, wie Befunde eingeordnet werden, welche Abläufe in der Schwangerenambulanz wichtig sind und wie die Zusammenarbeit im klinischen Alltag funktioniert. „Für Studierende ist es etwas anderes, eine Ultraschalluntersuchung im Lehrbuch zu sehen oder den Schallkopf selbst zu führen. Unter Anleitung können sie hier erste praktische Erfahrungen sammeln und bekommen gleichzeitig einen realistischen Eindruck von unserem Fach“, erklärt OA Dr. Michael Schreibmayer.


Impressionen vom „Summer Teaching“ in der Geburtshilfe: Auf dem Programm stand auch der Schwangerschaftsultraschall. Unter fachlicher Anleitung konnten die Teilnehmer:innen den Umgang mit dem Schallkopf praktisch üben.
Mit dem „Summer Teaching“ bietet das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan dem ärztlichen Nachwuchs bewusst Einblicke über die jeweilige Famulatur oder das KPJ hinaus. Sie lernen unterschiedliche Fachrichtungen kennen, treffen Ärzt:innen aus mehreren Abteilungen und können medizinische Techniken in kleinen Gruppen ausprobieren.
Nach sieben Terminen ging das diesjährige Summer Teaching am 26. August mit Nahttechnik und Laparoskopie in die letzte Runde. Ein passender Abschluss für einen Sommer, in dem vor allem eines gefragt war: selbst machen statt nur zuschauen.