Brustkrebs: Wie ein winziger Marker die Operation erleichtert
Nicht jede Veränderung in der Brust ist tastbar. Gerade bei kleinen, früh entdeckten Tumoren stellt sich deshalb eine entscheidende Frage: Wie finden Chirurg:innen während der Operation genau jene Stelle, an der sich das auffällige Gewebe befindet? Eine neue Technik ermöglicht eine präzise Lokalisation und macht die Vorbereitung auf den Eingriff für Patient:innen weniger belastend.
Wird bei einer Mammografie oder Ultraschalluntersuchung eine verdächtige Veränderung in der Brust entdeckt, die nicht ertastet werden kann, muss diese für eine mögliche Operation genau markiert werden. „Bisher erfolgte das häufig mithilfe eines dünnen Drahtes, der unmittelbar vor dem Eingriff unter bildgebender Kontrolle in die Brust eingeführt wurde. Für die Betroffenen bedeutete das eine zusätzliche Prozedur am Operationstag“, so die stellvertretende Leiterin des Brustzentrums Kärnten Oberärztin Dr. Barbara Kohlweg.

Der Marker verbleibt bis zur Operation in der Brust und lässt sich während des Eingriffs zuverlässig aufspüren.
Kleiner Marker große Erleichterung
Mit der sogenannten SCOUT-Technologie steht nun eine moderne Alternative zur Verfügung. Dabei wird ein winziger Marker direkt in oder nahe der auffälligen Gewebeveränderung platziert. Das kann bereits im Rahmen der Gewebeentnahme erfolgen. Der Marker verbleibt bis zur Operation in der Brust und lässt sich während des Eingriffs mithilfe eines radarbasierten Systems zuverlässig aufspüren.
Die Chirurg:innen können so die betroffene Stelle präzise lokalisieren und das auffällige Gewebe gezielt entfernen.
Der wesentliche Unterschied zur bisherigen Methode: Eine Drahtmarkierung unmittelbar vor der Operation ist nicht mehr notwendig. Die Markierung kann bereits im Vorfeld erfolgen, unabhängig vom eigentlichen Operationstermin.
Weniger Belastung vor der Operation
Für Patient:innen bringt die neue Methode vor allem organisatorische und praktische Vorteile. „Am Operationstag entfällt die zusätzliche Drahtmarkierung. Auch ein aus der Brust herausragender Draht, der als unangenehm empfunden werden kann, ist nicht mehr erforderlich“, schildert die Chirurgin OÄ Dr. Barbara Kohlweg.
Gleichzeitig lassen sich die Abläufe besser planen, da die Markierung und die Operation zeitlich voneinander getrennt werden können. Das reduziert den Aufwand unmittelbar vor dem Eingriff und kann dazu beitragen, die ohnehin belastende Situation für betroffene Frauen zu erleichtern.
Früherkennung und schonende Behandlung
Der Brustkrebsmonat Oktober erinnert jedes Jahr daran, wie wichtig die Früherkennung ist. Werden Veränderungen in der Brust rechtzeitig erkannt, können die weiteren Untersuchungen und Behandlungsschritte frühzeitig eingeleitet werden.
Neben einer genauen Diagnostik und individuell abgestimmten Therapie spielt auch die Weiterentwicklung operativer Verfahren eine wichtige Rolle. Ziel ist es, auffälliges Gewebe möglichst präzise zu entfernen und gesundes Brustgewebe so weit wie medizinisch sinnvoll zu schonen. Die SCOUT-Technologie unterstützt diesen Ansatz. Sie erleichtert die gezielte Lokalisation nicht tastbarer Brustveränderungen und vereinfacht zugleich die Vorbereitung auf die Operation.
„Für betroffene Frauen ist das ein konkreter Fortschritt: weniger Aufwand am Operationstag und ein besser planbarer Behandlungsablauf“, so das Fazit der Ärztin.