Blutsparende Chirurgie in St. Veit
Dies ist vor allem auf die intensive interdisziplinäre Beschäftigung mit dem Thema seitens Chirurgie und Anästhesiologie zurückzuführen.
„Mit einer Studie über Auswirkungen von Blutkonserven auf das Ergebnis einer Operation konnten wir zeigen, dass eine Gabe von Blutkonserven mit erhöhten postoperativen Komplikationen und erhöhter Sterblichkeit verbunden ist“, erklärt Primar Univ.-Doz. Dr. Tschmelitsch, Leiter der Chirurgie am KH St. Veit. Primar Priv.-Doz. Dr. Zink, Leiter der Anästhesiologie und Intensivmedizin, setzt fort: „Es ist daher unser Ziel, eine Bluttransfusion, wann immer dies möglich ist, zu vermeiden! Das gelingt uns durch besonders sanfte und gewebsschonende Chirurgie, die richtige Beurteilung und Beobachtung von Blutgerinnung und roten Blutkörperchen.“ Nicht nur die Patienten profitieren durch bessere Ergebnisse von weniger Blutkonserven, auch für den Krankenhausträger hat dies Vorteile. Deutlich weniger Konserven bedeuten auch deutlich geringere Kosten für eine Operation.
Bluttransfusionen sind generell mit Risiken verbunden: mögliche Übertragung von Infektionen und Giftstoffen, die Schwächung des Immunsystems, Abwehrreaktionen gegen das fremde Blut, um nur einige zu nennen. Zwar sind diese Probleme und Komplikationen äußerst selten; treten sie jedoch auf, sind sie schwerwiegend und ziehen häufig einen lange dauernden Krankheitsprozess nach sich. Eine der wichtigsten Maßnahmen, um Bluttransfusionen zu vermeiden, ist die so genannte „sanfte und gewebsschonende Chirurgie“. „Das bedeutet, dass wir bei Operationen Gewebe so freilegen, dass es möglichst wenig verletzt wird, auch kleine Blutungen sofort stillen und neueste technische Hilfsmittel wie elektrische Scheren zur Anwendung kommen“, erklärt Tschmelitsch.
Kommt es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem relevanten Blutverlust – beispielsweise, weil der zu operierende Tumor sehr ausgedehnt ist – dann gilt es, die Blutgerinnung zu verbessern. Die Beurteilung der Blutgerinnung rund um die Operation ist eines der schwierigsten Themen der Anästhesiologie. Es geht dabei darum, die Festigkeit und die Geschwindigkeit, in der sich ein Blutgerinnsel entwickelt, zu prüfen und frühzeitig zu erkennen, welche Blutgerinnungsfaktoren dem Patienten fehlen. Primar Zink: „In St. Veit haben wir dafür mit der neuen Untersuchungsmethode ROTEM das wohl derzeit beste Instrument, um Licht in diese Problematik zu bringen. Damit können wir die Blutgerinnung frühzeitig stabilisieren und eventuell eine Transfusion vermeiden oder zumindest die Anzahl der benötigten Blutkonserven reduzieren.“
![]() |
| Primar Priv.-Doz. Dr. Zink, Leiter der Anästhesiologie und Intensivmedizin (li.) und Primar Univ.-Doz. Dr. Tschmelitsch, Leiter der Chirurgie |
