Anästhesiologie und Intensivmedizin

Simulationszentrum

Das Ziel unserer Simulationstrainings ist die Verbesserung der Patientensicherheit bei medizinischen Behandlungsabläufen. Seltene und gefährliche Situationen werden realistisch simuliert dargestellt und das Verhalten in diesen Situationen wird trainiert. Das Hauptaugenmerk liegt beim Debriefing der Szenarien auf der Verbesserung der Fehlerkultur.
Es ist dabei nicht entscheidend, wer einen Fehler macht, sondern warum dieser passiert ist.
Danach soll durch Kommunikation der Ursache verhindert werden, dass derselbe Fehler noch einmal passiert.

 

Dr. Marcus Rall, ein deutscher Anästhesist und Gründer eines Patientensicherheitsinstitutes, hat ein sehr gutes Konzept für Simulationstrainings unter Einbeziehung des CRM entwickelt, an dem wir uns derzeit orientieren. Heute läuft der Trainingstag nach einem gut bewährten Schema ab:

 

  1. Einführung
    Gegenseitiges Kennenlernen der Teilnehmer und Instruktoren. Anschließend werden theoretische Hintergründe vermittelt.
  2. Technische Einführung
    Genaue Erklärung des Patientensimulators und des gesamten Equipments
  3. Briefing
    Das zu übende Szenario wird erklärt
  4. Training
    Die Teilnehmer arbeiten das Szenario aktiv ab
  5. Debriefing
    Nachbesprechung des soeben abgearbeiteten Szenarios
  6. Wiederholung der Punkte 3-5 mit anderen Szenarien
  7. Abschlussbesprechung


Struktur der Simulationstrainings

 

Basic Life Support - Grundlagen
Im Rahmen unserer regelmäßig stattfindenden Sicherheitsschulungen, an denen alle Mitarbeiter des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder Graz regelmäßig teilnehmen müssen, werden die Grundlagen des BLS (Basic Life Support) theoretisch und praktisch erörtert. Das Erkennen des Herz-Kreislaufstillstandes sowie die korrekte Durchführung einer suffizienten Herzmassage sollen erlernt werden. Die Zielgruppe dieser Trainingsform ist vor allem der nicht im medizinischen Bereich arbeitende Personenkreis. Da der möglichst frühe Beginn der Herzmassage durch Anwesende für das Überleben des Patienten essentiell ist, kann nicht genug betont werden, wie wichtig gerade diese unterste Stufe der Ausbildung ist!
 
Basic Life Support - für Pflegekräfte
Ein speziell dafür ausgebildetes Team an Pflegekräften unterrichtet die eigenen KollegInnen im “Basic Life Support”. Das Ziel dabei ist es, den medizinischen Notfall auf der Station frühzeitig zu erkennen und entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten um zu verhindern, dass es zur Intensivpflichtigkeit oder gar zum Herz-Kreislaufstillstand des Patienten kommt. Dabei kann die Erstellung eines “Early Warning Scores” hilfreich sein. Sollte eine Reanimation notwendig sein, wird die korrekte Vorgangsweise mit Herzmassage und Beatmung des Patienten bis zum Eintreffen des Herzalarmteams trainiert. Alle Pflegekräfte des Hauses werden mindestens alle zwei Jahre für einen halben Tag im BLS geschult.
 
Advanced Life Support
Der “Advanced Life Support” (ALS) ist Aufgabe der auf den Stationen tätigen Ärzte beziehungsweise des Medizinischen Notfallteams, das bei medizinischen Notfällen alarmiert wird. Unterstützt werden diese dabei von speziell ausgebildeten Pflegekräften. Das zum Beherrschen der Notfälle notwendige Equipment befindet sich in Notfallwägen vor Ort beziehungsweise wird ein mit erweitertem Notfallequipment versehenes “Mobidoc” zum Notfallort gebracht. So wird eine vollständige Notfallversorgung und Stabilisierung des Patienten vor Ort ermöglicht. Genau diese Abläufe werden in unserem Simulationszentrum trainiert. Alle Ärzte, alle KPJ-Studenten und alle DGKP der Intensivstation sowie der Anästhesie und der Endoskopie werden mindestens alle zwei Jahre für einen halben Tag im ALS geschult.
 
Full Scale MedSim (InSitu - Simulationstrainings)
Bei den InSitu Simulationstrainings wird versucht, seltene und gefährliche Situationen unter möglichst realistischen Bedingungen nachzustellen. Es wird beispielsweise im Operationssaal ein Notfall simuliert, den die üblicherweise dort tätigen Personen beherrschen müssen. Besonders realistisch macht diese Form der Trainings die Tatsache, dass außer dem Patienten, der durch eine HiTech Puppe (sieh Equipment) ersetzt wird, alles genau so wie in Wirklichkeit ist und dadurch eine besonders hohe Effizienz der Übungen entsteht!
Da hierfür aber eine ganze Organisationsstruktur des Krankenhauses zumindest für die Dauer des Trainings gesperrt werden muss und auch eine erhebliche Anzahl an Teilnehmern und Instruktoren freigestellt werden muss, ist diese “Königsklasse” der medizinischen Simulation auch mit einem erheblichen logistischen und finanziellen Aufwand vergesellschaftet.
InSitu Trainings werden bei uns regelmäßig an neuralgischen Orten, wie zum Beispiel im OP, auf der Intensivstation, in der Endoskopie oder auch auf den Bettenstationen durchgeführt.
 
Schulungsräume
 
Unser Simulationszentrum befindet sich im Untergeschoß. Es handelt sich dabei um 3 Räume:

Übungsraum:
Dieser Raum ist einem Patientenzimmer auf der Bettenstation nachempfunden. Darin werden von den Teilnehmern die Übungsbeispiele unter Videobeobachtung abgearbeitet.
 
Steuerraum:
Dieser, vom Übungsraum durch eine Tür getrennte Raum enthält sämtliche zur Steuerung des Simulators und der AV-Anlage benötigte Technik. Durch diese räumliche Trennung werden die Teilnehmer nicht von den Instruktoren abgelenkt und die Szenarien werden dadurch realitätsnäher.

Debriefingraum:
Dort werden die Trainingseinheiten detailiert nachbesprochen und ausgewertet. Zur Unterstützung können dort die in Bild und Ton aufgenommenen Sessions ausschnittweise via Videobeamer präsentiert werden.
Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin
Marschallgasse 12
8020 Graz
Telefon: 0043 316 7067-15145
Fax: 0043 316 7067-15149
Leitung: Prim. Priv.-Doz. Dr. Geza Gemes, DESA
Stellvertretung: OA Dr. Rupert Zingl
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Krankenhaus der Barmherzigen Brüder

Marschallgasse 12, 8020 Graz
Telefon: 0043 316 7067 0
Fax: 0043 316 7067 707

 

Rechtsträger:

Konvent der Barmherzigen Brüder Graz

Marschallgasse 12

8020 Graz

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