Saturday 30. July 2016
Neurologie, Neurologische Rehabilitation und Akutgeriatrie

Schlaflabor

 

Schlafstörungen zählen zu den häufigsten Leiden überhaupt. Aber nur in den seltensten Fällen sprechen die Betroffenen mit ihrem Arzt darüber.

 

Schlechte Schlafqualität kann sich jedoch nicht nur negativ auf das Wohlbefinden tagsüber auswirken, sondern auch ein ernsthaftes  Gesundheitsrisiko darstellen. Im Rahmen einer ärztlichen Untersuchung in einer spezialisierten Schlafambulanz, und unter Umständen ergänzt durch eine weitere Abklärung im Rahmen einer Ganznachtschlaflaboruntersuchung, kann erst eine exakte Diagnose gestellt und gezielt eine Behandlung eingeleitet werden. Erst dadurch ist es möglich wieder zu einem erholsamen Schlaf zu

finden, um tagsüber wieder ausreichend Energie zur Verfügung zu haben.

 

Die neurologische Abteilung im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Wien kann neuerdings eine umfassende Abklärung Ihrer Schlafstörung nach erfolgtem Ausbau unseres Schlaflabors anbieten.


 

Schlafstörungen

Man unterscheidet im Wesentlichen folgende Gruppen von Schlafstörungen:

  • Schlaflosigkeit (Insomnie) – gekennzeichnet durch Ein- oder Durchschlafstörungen und somit verkürzter Gesamtschlafzeit.
  • Gesteigertes Schlafbedürfnis (Hypersomnie). Häufigste Ursachen stellen schlafbezogene Atmungsstörungen (Schlafapnoen) dar. Diese sind durch Atempausen gekennzeichnet, die einerseits zu ständigen kurzen Weckreaktionen und damit gestörter Schlafqualität und andererseits zu Sauerstoffmangel führen. Die Behandlung erfolgt in schweren Fällen durch eine nächtliche Beatmungstherapie, die im Schlaflabor eingeleitet wird. Neben der Schlafapnoe gibt es jedoch zahlreiche weitere Schlafstörungen, die zur Tagesmüdigkeit führen können.
  • Weitere Schlafstörungen sind: Syndrom der Beinunruhe (engl. Restless legs), die sowohl zu Schlaflosigkeit als auch zu Tagesmüdigkeit führen kann. Albträume, Schlafwandeln, nächtliche Bewegungsstörungen und viele weitere.

 

Man unterscheidet:

  • Schlafstadium 1 (Einschlafstadium)
  • Stadium 2 (leichter Schlaf)
  • Stadium 3 (mitteltiefer Schlaf)
  • Stadium 4 (Tiefschlaf)
  • REM (von englisch rapid eye movement, rasche Augenbewegung): „Traumschlaf“

 

Schlaflaboruntersuchung

In einer Untersuchung mit Erfassung der Hirnstromkurve (EEG), der Augenbewegungen (EOG), der Muskelspannung (EMG) und der Atmung und Herzaktivität über Nacht unter gleichzeitiger Videoaufzeichnung können exakt die Schlafqualität erfasst und allfällige Schlafstörungen sicher diagnostiziert werden.

 

Aufgrund neuester technischer Einrichtungen mit Funksystem ist dabei der Patient in seiner Bewegungsfreiheit im Vergleich zu früheren Systemen nur gering beeinträchtigt und kann sogar ungehindert das Bett verlassen. Die Untersuchungsnacht verbringt der Patient in einem geräumigen Einbettzimmer mit integrierter Dusche und WC.

In unserem Schlaflabor ist selbstverständlich auch bei Schlafapnoen eine Anpassung einer nächtlichen Beatmungstherapie möglich.

 

Eine weitere Spezialuntersuchung zur Abklärung einer gesteigerten Tagesmüdigkeit ist der so genannte multiple Schlaflatenztest (kurz MSLT): dabei wird im Anschluss an eine nächtliche Schlaflaboruntersuchung am Tag der Patient unter Aufzeichnung der oben angeführten EEG, EOG und EMG-Kanäle aufgefordert, in regelmäßigen Abständen einzuschlafen.

 

Für die Schlaflaboruntersuchung ist somit ein 2 bis 3 tägiger stationärer Aufenthalt erforderlich, eine Terminvergabe erfolgt während eines persönlichen Gespräches in unserer Schlafambulanz.

 

 

Schlaf-Fragebogen

  • Haben Sie in den letzten Monaten mehrfach pro Woche Probleme gehabt einzuschlafen oder sind Sie in der Nacht aufgewacht ohne wieder einschlafen zu können?
  • Sind Sie tagsüber ständig müde und ist es schon vorgekommen, dass Sie ungewollt eingenickt sind?
  • Schnarchen Sie und hat Ihr Partner schon einmal über Atemaussetzer während des Schlafes berichtet?
  • Haben Sie besonders abends oder in der Nacht Missempfindungen in den Armen oder Beinen, verbunden mit einer Bewegungsunruhe?

 

Haben Sie eine oder mehrere dieser Fragen mit „ja“ beantwortet, sollten Sie mit Ihrem Arzt darüber sprechen.Gerne würden wir Ihnen auch einen Termin in unserer Schlafambulanz anbieten.

 

 

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