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Spanische Märtyrer: Den Kranken treu bis zuletzt

90 Jahre nach Beginn des Spanischen Bürger­kriegs gedenken die Barmherzigen Brüder ihrer 95 Mit­brüder, die in den Jahren 1936 und 1937 ermordet und später selig­gespro­chen wurden. Ihr Leben verband den Glauben an Christus mit dem Einsatz für kranke und hilfs­bedürf­tige Menschen. Am 25. Oktober begeht der Orden ihren gemein­samen Gedenk­tag.

Der Spanische Bürgerkrieg von 1936 bis 1939 brachte unermessliches Leid über das Land. Die Gewalt richtete sich auch gegen die katholische Kirche: Kirchen und Klöster wurden angegriffen, Priester, Ordensleute und Gläubige verfolgt und getötet. Zu den Opfern gehörten zahlreiche Barmherzige Brüder, die in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen in verschiedenen Teilen Spaniens tätig waren.

 

 

Bei den Kranken bleiben

Die Brüder versorgten Kranke, begleiteten Menschen mit körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen und kümmerten sich um Bedürftige. Auch als Drohungen und Übergriffe zunahmen, setzten sie ihren Dienst fort. Ihre Treue zum Glauben war eng mit der Verantwortung für jene Menschen verbunden, die auf ihre Hilfe angewiesen waren. Darin zeigte sich die Hospitalität, die den Orden seit seinem Gründer, dem heiligen Johannes von Gott, prägt. Menschen in ihrer Verletzlichkeit beizustehen und ihnen mit Barmherzigkeit zu begegnen. Bei der Seligsprechung im Jahr 1992 würdigte Papst Johannes Paul II. ausdrücklich diese Verbindung von Glaubenstreue und Hingabe an die Kranken. Er stellte die Brüder allen Menschen, die sich der Pflege und Begleitung leidender Menschen widmen, als Vorbilder vor Augen.

 

 

95 Brüder als Märtyrer seliggesprochen

Die Kirche erkannte den Tod der 95 Brüder als Martyrium an, da sie wegen ihres Glaubens getötet worden waren. Ihre Seligsprechungen fanden in zwei Gruppen statt. Am 25. Oktober 1992 sprach Papst Johannes Paul II. in Rom Braulio María Corres, Federico Rubio und 69 Gefährten selig. Am 13. Oktober 2013 folgte in Tarragona die Seligsprechung von Mauricio Íñiguez de Heredia und 23 Gefährten. Die Brüder stammten aus unterschiedlichen Ländern und hatten in Spanien gelebt und gearbeitet.

 

 

Zwei Lebensgeschichten hinter dem Gedenken

Wie persönlich dieses Glaubenszeugnis war, zeigen die Lebensgeschichten einzelner Brüder. Frater Juan Bautista Egozcuezábal Aldaz pflegte in Barcelona Kinder mit Behinderungen. Er wurde am 29. Juli 1936 im Alter von 54 Jahren ermordet. Nach einem überlieferten Bericht forderten seine Bewacher ihn auf, Gott und die Eucharistie zu verfluchen. Er schwieg und betete. Als sie sein Gebet bemerkten, erschossen sie ihn.

 

Frater Francisco Javier Ponsa Casallach gehörte zur Gemeinschaft von Sant Boi de Llobregat. Er war erst 20 Jahre alt, als er am 28. September 1936 getötet wurde. Von ihm sind die Worte überliefert: „Der Tod macht mir keine Angst, ich bin bereit.“ Als man ihn auf die Gefahr hinwies, brachte er sein Vertrauen in Gottes Willen zum Ausdruck. Vor seiner Erschießung bat er darum, noch einige Minuten beten zu dürfen.

 

Ein Vermächtnis der Versöhnung

Zum Zeugnis der Märtyrer gehört auch ihre Bereitschaft zur Vergebung. Bei der Seligsprechung im Jahr 1992 erinnerte Johannes Paul II. daran, dass die Brüder ihren Mördern verziehen hatten. Daraus leitete er einen Auftrag für die Gegenwart ab: Vergebung im eigenen Umfeld zu leben und so Versöhnung zu ermöglichen.

 

Für die Barmherzigen Brüder verbindet sich das Gedenken deshalb mit einer Frage an das eigene Leben: Wie lässt sich die Liebe zu Christus im Umgang mit anderen Menschen sichtbar machen? Die Antwort ihrer Mitbrüder lag in der Pflege der Kranken, in der Treue zu ihrer Berufung und im Vertrauen auf Gott. Auch 90 Jahre nach Beginn des Bürgerkriegs bleibt dieses Zeugnis ein Auftrag, leidenden Menschen beizustehen, ihre Würde zu schützen und sich für Vergebung und Frieden einzusetzen.

 

Mehr über die 95 spanischen Märtyrer der Barmherzigen Brüder erfahren Sie hier.

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