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Kloster auf Zeit
Inhalt:
Das Bild zeigt einen Barmherzigen Bruder beim Gebet.
Glaube, Hoff­nung und Liebe ...
... bewegen uns.

Aus dem Glauben leben als Barmherziger Bruder

 

Gebet, Eucharistie und die Suche nach Gott im Ordensalltag

 

Wie jede lebendige Freundschaft braucht auch die Beziehung zu Gott Zeit und Aufmerksamkeit. Für die Barmherzigen Brüder gehören deshalb persönliches und gemeinsames Gebet, die Eucharistie, die Heilige Schrift und die Suche nach Gottes Gegenwart zum täglichen Ordensleben.

 

Glaube, Alltag und Dienst am Menschen sind für die Barmherzigen Brüder keine getrennten Bereiche. Was die Brüder im Gebet bewegt, nehmen sie mit in ihre Aufgaben. Die Menschen, Begegnungen, Freuden und Sorgen ihres Alltags bringen sie wiederum vor Gott. So verbinden sich Glaube, Gemeinschaft und Hospitalität.

Was prägt das Glaubensleben der Brüder?

 

Die Barmherzigen Brüder leben ihren Glauben durch persönliches und gemeinsames Gebet, die tägliche Eucharistie, die Heilige Schrift sowie die Suche nach Gottes Gegenwart im Alltag und im Dienst am Nächsten.

 

 

Persönliches Gebet und geistliche Lesung

 

Neben dem gemeinsamen Gebet braucht der persönliche Glaube eigene Zeiten der Stille. Die Konstitutionen (Punkt 28) des Ordens sehen deshalb vor, dass sich die Brüder jeden Tag wenigstens eine Stunde dem persönlichen Gebet und der geistlichen Lesung widmen. Diese Zeit gibt Raum, das eigene Leben vor Gott zu bringen, in der Heiligen Schrift zu lesen und aufmerksam auf das zu hören, was im eigenen Leben und im Alltag bewegt.

 

Es geht nicht darum, möglichst viele Gebete zu sprechen. Persönliches Gebet bedeutet auch, zur Ruhe zu kommen, Fragen und Entscheidungen vor Gott zu bringen, Dankbarkeit auszudrücken oder damit umzugehen, dass es zunächst keine erkennbare Antwort gibt.

 

 

Die Heilige Schrift

 

Die Bibel ist ein wesentlicher Bestandteil des geistlichen Lebens der Barmherzigen Brüder. In ihr begegnen sie dem Wort Gottes und finden Orientierung für ihr persönliches Leben, ihre Gemeinschaft und ihren Dienst. In den Konstitutionen wird das Wort Gottes als Licht für das Leben und Quelle des Gebetes bezeichnet.

 

Die Beschäftigung mit der Heiligen Schrift bedeutet für die Brüder deshalb mehr als das Lesen eines religiösen Textes. Die Brüder versuchen, das Evangelium mit ihrem eigenen Leben und den Erfahrungen der Menschen, denen sie begegnen, in Verbindung zu bringen. Dabei ist besonders der Blick auf Jesus und seinen Umgang mit kranken, leidenden und ausgegrenzten Menschen von Bedeutung.

 

 

Die Eucharistie

 

Die tägliche Feier der Eucharistie steht im Zentrum des geistlichen Lebens der Barmherzigen Brüder. Die Konstitutionen sehen vor, dass die Brüder sie jeden Tag feiern und aktiv an ihr teilnehmen.

 

In der Eucharistie verbinden sich die Gemeinschaft mit Christus, die Gemeinschaft der Brüder untereinander und ihr Dienst an anderen Menschen. Die Brüder bringen dabei nicht nur ihr eigenes Leben vor Gott, sondern auch die Sorgen, Hoffnungen und Erfahrungen jener Menschen, denen sie in ihrem Alltag begegnen. 

 

So führt die Eucharistie wieder hinaus in den Dienst: Die Begegnung mit Christus soll in der Begegnung mit kranken, armen und hilfsbedürftigen Menschen sichtbar werden.

 

 

Gemeinsam beten – das Stundengebet

 

Das Stundengebet, auch Liturgie der Stunden oder Tagzeitenliturgie genannt, verbindet die Barmherzigen Brüder mit dem Gebet der ganzen Kirche. Der Name bedeutet dabei nicht, dass zu jeder Stunde gebetet wird. Vielmehr gliedern bestimmte Gebetszeiten den Tagesablauf und laden dazu ein, die Arbeit und die Beschäftigungen des Alltags immer wieder bewusst zu unterbrechen und sich Gott zuzuwenden.

 

Im Mittelpunkt des Stundengebets stehen die Psalmen. Hinzu kommen biblische Texte, Hymnen, Fürbitten und weitere Gebete. Die Barmherzigen Brüder feiern gemeinsam täglich die Laudes am Morgen und die Vesper am Abend. Sie geben dem Tag einen geistlichen Rahmen und verbinden Gebet, Arbeit und Gemeinschaft miteinander.

 

Im Stundengebet beten die Brüder nicht nur für sich selbst. Sie nehmen die Anliegen der Kirche und der Welt sowie besonders die Sorgen und Hoffnungen der Menschen in ihr Gebet auf, denen sie in ihrem Dienst begegnen.

 

 

Glaube, Hoffnung und Liebe

 

Glaube, Hoffnung und Liebe prägen die Beziehung der Barmherzigen Brüder zu Gott und zu ihren Mitmenschen.

 

Der Glaube gibt ihrem Leben Orientierung und hilft ihnen, ihren Weg und ihre Aufgaben im Vertrauen auf Gott zu gestalten.

 

Die Hoffnung trägt auch dann, wenn die Brüder selbst oder Menschen, denen sie begegnen, mit Krankheit, Leid, Unsicherheit oder schwierigen Lebenssituationen konfrontiert sind. Sie ermutigt dazu, nicht vorschnell aufzugeben, sondern auch in belastenden Situationen nach Perspektiven und neuen Möglichkeiten zu suchen.

 

Die Liebe wird schließlich im konkreten Handeln sichtbar: in Aufmerksamkeit, Respekt, menschlicher Nähe und im verlässlichen Dienst am Nächsten. So bleiben Glaube, Hoffnung und Liebe für die Brüder keine abstrakten Begriffe, sondern werden im Gebet, im gemeinschaftlichen Leben und besonders in der Hospitalität erfahrbar.

 

 

Wie verbinden sich Glaube und Dienst am Menschen?

 

Für die Barmherzigen Brüder sind die Beziehung zu Gott und der Dienst am Menschen untrennbar miteinander verbunden. Bereits der heilige Johannes von Gott, verband seine tiefe Gottesbeziehung mit der unmittelbaren Zuwendung zu kranken, armen und ausgegrenzten Menschen.

 

Diese Verbindung prägt das Ordensleben bis heute. Die Brüder suchen Gottes Gegenwart nicht nur im Gebet oder im Gottesdienst, sondern in allen Menschen, denen sie begegnen. Besonders leidenden und hilfsbedürftigen Menschen begegnen sie mit Achtung und Ehrfurcht und versuchen, auch in ihnen Gottes Gegenwart wahrzunehmen. Die Konstitutionen bringen die Liebe zu Gott und den Dienst am hilfsbedürftigen Nächsten ausdrücklich in enge Verbindung.

 

Deshalb werden die Erfahrungen des Dienstes zum Inhalt des Gebetes und das Gebet wiederum zur Kraftquelle für die Hospitalität. Die Sorgen, Ängste und Hoffnungen der Menschen werden vor Gott getragen. Gleichzeitig soll das, was die Brüder im Glauben erfahren, in ihrem konkreten Handeln sichtbar werden.

 

 

Maria als Vorbild

 

Für die Barmherzigen Brüder ist Maria ein besonderes Vorbild des Glaubens. Ihr Leben steht für Vertrauen, Offenheit und die Bereitschaft, sich von Gott in Dienst nehmen zu lassen. Sie wusste nicht, wohin ihr Weg sie führen würde, sagte aber Ja zu Gottes Ruf und blieb ihm auch in schwierigen Situationen treu.

 

Für die Brüder ist dies eine Haltung, die auch das eigene Ordensleben prägen soll: aufmerksam auf Gottes Ruf zu hören, den eigenen Weg immer wieder neu zu prüfen und bereit zu sein, sich für andere Menschen einzusetzen. Auch die Konstitutionen des Ordens heben Maria als Vorbild der Hingabe, Treue und Liebe hervor.

 

Diese besondere Verbundenheit kommt auch im liturgischen Kalender des Ordens zum Ausdruck. Am 26. April begehen die Barmherzigen Brüder den Gedenktag „Maria vom guten Rat“. Der Titel soll daran erinnern, wichtige Entscheidungen nicht allein aus dem eigenen Wissen und Wollen heraus zu treffen, sondern im Gebet nach Orientierung zu suchen und offen für Gottes Führung zu bleiben.

 

Maria ist somit nicht nur ein Vorbild persönlicher Frömmigkeit. Ihr Vertrauen und ihre Bereitschaft zum Dienst verbinden Glauben und Handeln. Auch die Barmherzigen Brüder verstehen ihren Glauben als Auftrag: Gottes Liebe soll in ihrem Leben sichtbar werden und sich besonders in der Zuwendung zu anderen Menschen zeigen.

 

 

Glauben und Ordensleben selbst erleben

 

Wie Gebet, Gemeinschaft und Dienst im Alltag zusammengehören, lässt sich am besten beim Mitleben erfahren. Beim Kloster auf Zeit können Interessierte einige Tage am Leben eines Konvents teilnehmen, mit den Brüdern beten und ihren Alltag kennenlernen.

 

Kloster auf Zeit – Ordensleben kennenlernen

Berufung erkennen und prüfen

Mehr über das Ordensleben

 

Gemeinschaft im Konvent

Barmherzige Brüder leben in Konventen, teilen ihren Alltag und übernehmen gemeinsam Verantwortung.

mehr über das Leben in Gemeinschaft

 

Dienst am Menschen

Hospitalität wird im konkreten Einsatz für kranke, arme und hilfsbedürftige Menschen sichtbar.

mehr über den Dienst am Menschen

 

Alltag im Konvent

Gebet, berufliche Aufgaben, Mahlzeiten und Gemeinschaft geben dem Alltag im Konvent seinen Rhythmus.

mehr über den Alltag im Konvent

 

Zur Übersicht: Ordensleben bei den Barmherzigen Brüdern

 

Wer sind die Barmherzigen Brüder? Alles über unseren Orden und unser Leben.

 

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