Psychische Gesundheit bei den Barmherzigen Brüdern
Psychische Erkrankungen können Menschen in jeder Lebensphase betreffen und ihr Leben, ihre Beziehungen und ihren Alltag stark verändern. Die Barmherzigen Brüder behandeln und begleiten Menschen mit psychischen Erkrankungen entsprechend ihrer individuellen Situation und ihres Unterstützungsbedarfs.
Im Mittelpunkt steht dabei der gesamte Mensch und nicht nur seine Diagnose. Die Patient:innen sollen in Entscheidungen über ihre Behandlung und Begleitung einbezogen werden und ihre Würde und Selbstbestimmung soll respektiert werden. Grundlage dafür ist die Hospitalität, das zentrale Charisma des Ordens.
Eine Tradition seit Johannes von Gott
Schon der heilige Johannes von Gott wandte sich im Granada des 16. Jahrhunderts Menschen mit psychischen Erkrankungen zu. Seine Haltung, Menschen nicht auf ihre Krankheit zu reduzieren, prägt das Selbstverständnis des Ordens bis heute.
Die moderne psychiatrische Versorgung der Barmherzigen Brüder verbindet fachliche Behandlung und professionelle Begleitung mit Respekt, persönlicher Zuwendung und einem ganzheitlichen Blick auf den Menschen.
Individuelle Behandlung und Begleitung
Psychische Erkrankungen können sehr unterschiedlich verlaufen. Deshalb richtet sich die Behandlung nach der persönlichen Situation, dem Krankheitsbild und den jeweiligen Bedürfnissen eines Menschen. Je nach Einrichtung und Angebot arbeiten unterschiedliche Berufsgruppen aus den Bereichen Medizin, Pflege, Psychologie, Psychotherapie und Therapie zusammen. Wenn Patient:innen dies wünschen und es sinnvoll ist, können auch Angehörige und wichtige Bezugspersonen in die Begleitung einbezogen werden.
Das Ziel besteht darin, die Menschen zu stabilisieren, ihre Lebensqualität zu verbessern und sie dabei zu unterstützen, möglichst selbstbestimmt mit ihrer Erkrankung und ihrem Alltag umzugehen.
Unterschiedliche Formen der Versorgung
Die Angebote des Ordens reichen je nach Land und Einrichtung von ambulanter Behandlung und Tageskliniken über mobile oder häusliche Begleitung bis zu stationärer Versorgung. In akuten Krisensituationen können kurzfristige stationäre Aufenthalte notwendig sein. Für Menschen, die über einen längeren Zeitraum Unterstützung benötigen, gibt es an verschiedenen Standorten auch mittel- und langfristige Betreuungsangebote. Welche Form der Behandlung und Begleitung geeignet ist, richtet sich nach der individuellen Situation des jeweiligen Menschen.
Teilhabe statt Stigmatisierung
Psychische Erkrankungen sind noch immer mit Vorurteilen und Stigmatisierung verbunden. Das kann es Betroffenen zusätzlich erschweren, soziale Beziehungen zu pflegen, zu arbeiten, selbstständig zu wohnen oder am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.
Deshalb gehört es zur Begleitung der Barmherzigen Brüder auch dazu, Barrieren abzubauen und gesellschaftliche Teilhabe zu fördern. Je nach Einrichtung geschieht dies beispielsweise durch betreutes Wohnen, Beschäftigungsangebote und andere Unterstützungsformen.
Psychische Gesundheit weltweit
Psychiatrische Behandlung und Begleitung sind ein bedeutender Teil der weltweiten Tätigkeit des Ordens. Laut den Aktivitätsdaten für 2024 erhielten 870 234 Menschen eine psychiatrische Behandlung in Einrichtungen der Barmherzigen Brüder. Die konkreten Angebote und Versorgungsformen unterscheiden sich je nach Land und den Bedürfnissen der Menschen vor Ort.






