Forschung bei den Barmherzigen Brüdern
Erkenntnisse für Gesundheit und Lebensqualität
Erkenntnisse für Gesundheit und Lebensqualität
Die Barmherzigen Brüder fördern Forschung, die Menschen in Medizin, Pflege und sozialer Betreuung zugutekommen soll. Wissenschaftliche Erkenntnisse helfen dabei, Versorgung weiterzuentwickeln, Zusammenhänge besser zu verstehen und neue Antworten auf gesundheitliche und soziale Herausforderungen zu finden.
Viele Forschungsfragen entstehen unmittelbar aus der Arbeit mit Patient:innen und betreuten Menschen: Warum sprechen Menschen unterschiedlich auf eine Behandlung an? Wie lassen sich Erkrankungen früher erkennen? Welche Therapien verbessern die Lebensqualität? Und wie können Menschen auch bei chronischen Erkrankungen oder Beeinträchtigungen möglichst selbstbestimmt leben?
In Einrichtungen des Ordens arbeiten Wissenschaft und praktische Versorgung deshalb eng zusammen. Das IRCCS Istituto Centro San Giovanni di Dio Fatebenefratelli in Brescia beispielsweise beschreibt diesen Ansatz ausdrücklich als Forschung, die aus der Versorgung entsteht. Auch im Hospital Sant Joan de Déu Barcelona werden offene Fragen aus der Behandlung an Forschungsteams weitergegeben und neue Erkenntnisse möglichst rasch wieder für Patient:innen nutzbar gemacht.
Ein Schwerpunkt liegt in Brescia auf psychischen und neurokognitiven Erkrankungen. Das IRCCS Istituto Centro San Giovanni di Dio Fatebenefratelli verbindet Behandlung, Rehabilitation und Forschung unter einem Dach. Zu den Forschungsfeldern gehören die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzformen, psychiatrische Erkrankungen sowie Fragen der Neurorehabilitation.
Die Alzheimerforschung reicht von der Suche nach Biomarkern für eine frühere und genauere Diagnose über Neuroimaging und neurophysiologische Verfahren bis zur Rehabilitation. Untersucht werden auch nichtmedikamentöse Behandlungsansätze und die Frage, welchen Einfluss beispielsweise Entzündungsprozesse oder das Darmmikrobiom auf die Entstehung und den Verlauf der Alzheimer-Krankheit haben können. Forschungsgruppen aus Brescia arbeiten dabei mit italienischen und internationalen Partnern zusammen.
Forschung und Versorgung greifen hier unmittelbar ineinander: Menschen mit Alzheimer und anderen Demenzformen werden in Brescia behandelt und betreut, während die Forschung nach Wegen sucht, Diagnose, Therapie und Begleitung weiterzuentwickeln.
Ein weiteres Beispiel ist das Hospital Sant Joan de Déu Barcelona, das zur Spanischen Provinz des Hospitalordens gehört. Das Krankenhaus betreibt gemeinsam mit dem Institut de Recerca Sant Joan de Déu Grundlagenforschung, translationale Forschung und klinische Studien zu Erkrankungen von Kindern, Jugendlichen und Schwangeren. Zu den Forschungsbereichen zählen onkologische Erkrankungen im Kindesalter, pädiatrische Neurowissenschaften, Infektionskrankheiten und seltene Erkrankungen.
Besonders eng sind Behandlung und Forschung im SJD Pediatric Cancer Center Barcelona miteinander verbunden. Dort arbeiten mehr als 50 Forschende und technische Fachkräfte im Forschungslabor für Kinderonkologie. Ein eigener Tumorbankbestand sowie molekulare und genomische Verfahren helfen dabei, Tumore genauer zu charakterisieren und neue diagnostische und therapeutische Ansätze zu entwickeln. Rund 30 Prozent der Fläche des 2022 eröffneten Zentrums sind der Forschung gewidmet.
Die Forschung richtet sich bewusst auf Erkrankungen, die sich nicht einfach aus der Erwachsenenmedizin übertragen lassen. Bei Krebs im Kindesalter untersucht das Team unter anderem neue Formen der Immuntherapie, CAR-T-Verfahren, onkolytische Viren und Behandlungsansätze für Neuroblastome und andere schwer behandelbare Tumoren. Forschungsergebnisse sollen möglichst rasch in klinische Studien und neue Therapien einfließen.
Forschung und Innovation enden nicht an den Grenzen einzelner Einrichtungen. Hospitality Europe, das europäische Verbindungs- und Kooperationsnetzwerk des Hospitalordens und der Hospitalschwestern, unterstützt den Austausch von Erfahrungen, die Weitergabe bewährter Ansätze und gemeinsame europäische Projekte.
Ein Beispiel mit Beteiligung der Ordensprovinz Europa Mitte war TECH-HEALTH. Ärzt:innen und andere Fachkräfte aus Einrichtungen in Österreich, Spanien und Polen beschäftigten sich dabei mit digitalen Technologien im Gesundheitswesen. Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan war Projektpartner. Themen waren unter anderem moderne diagnostische Bildgebung und 3D-Druck, etwa für anatomische Modelle und die Vorbereitung medizinischer Eingriffe.
Auch das europäische Projekt MOVE ON setzte auf den Austausch zwischen Einrichtungen. Die Einrichtung "Lebenswelten der Barmherzigen Brüder Steiermark" in Kainbach bei Graz koordinierte das Projekt, in dem Partner aus mehreren europäischen Ländern Programme für Bewegung, Rehabilitation und einen gesundheitsfördernden Alltag von betreuten Menschen miteinander verglichen und weiterentwickelten.
Solche Projekte sind nicht immer Forschung im engeren wissenschaftlichen Sinn. Sie zeigen jedoch, wie Erfahrungen systematisch ausgewertet, neue Ansätze erprobt und Wissen zwischen Einrichtungen übertragen werden kann.
Wissenschaftlicher Fortschritt wirft auch ethische Fragen auf, insbesondere Fragen der Bioethik. Für den Hospitalorden gehören Forschung und der Schutz der Würde des Menschen deshalb zusammen. Der Ethikkodex der Ordensprovinz verlangt, dass klinische Forschung internationale ethische Standards einhält und der Respekt vor der Person das grundlegende Kriterium bleibt. Wo klinische Studien durchgeführt werden, sollen Forschungsethikkommissionen die Vorhaben begleiten.
Damit wird Hospitalität auch in der Forschung konkret: Menschen sind nicht bloß Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Ihre Rechte, ihre Selbstbestimmung und ihr Wohlergehen müssen bei jeder Forschungsfrage und jeder klinischen Studie gewahrt bleiben.
In den Krankenhäusern verbinden die Barmherzigen Brüder medizinische und pflegerische Qualität mit menschlicher Zuwendung.
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Ältere Menschen werden entsprechend ihren Bedürfnissen begleitet, betreut und gepflegt – mit möglichst viel Selbstbestimmung im Alltag.
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Die Barmherzigen Brüder begleiten Menschen mit Beeinträchtigungen dabei, möglichst selbstbestimmt zu leben und am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.
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Menschen in Armut, Ausgrenzung oder anderen sozialen Notlagen finden Unterstützung und konkrete Hilfe.
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Der Orden bildet Fachkräfte für Gesundheits- und Sozialberufe aus und vermittelt dabei fachliches Wissen und seine Werte.
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