
Bereits in der frühen Kirche war der Kleiderwechsel und das Anziehen
eines
Habits Ausdruck eines asketischen Lebens. Als Standeskleidung ist
die Ordenstracht doppelt begründet: einmal als Zeichen der
Zugehörigkeit zum Ordensstand, zum anderen als Unterscheidungsmerkmal
im Blick auf andere Ordensgemeinschaften. Die feierliche Überreichung
des Ordenskleides in der Zeremonie der Einkleidung ist nach den
jeweiligen Satzungen der Orden ein Bestandteil der Aufnahme in die
Gemeinschaft.
Die spezifische Ordenstracht einzelner Gemeinschaften hat sich im Laufe
der Jahrzehnte bzw. Jahrhunderte ihres Bestehens immer wieder
verändert. Beeindruckend ist die Vielfalt der verschiedenen Ordenstrachten.
In den Generalstatuten des Hospitalordens des heiligen Johannes von
Gott lesen wir in Artikel 74: „Der Ordenshabit, den wir bei der ersten
Profess erhalten, besteht aus einem Talar, der von einem auf der linken
Seite herabhängenden
Ledergürtel zusammengehalten wird und aus einem
Skapulier mit einer Kapuze. Der Ordenshabit ist von schwarzer Farbe.
... Wenn die Mitbrüder den Habit nicht tragen, sollen sie sich immer
bescheiden kleiden und nach dem Landesbrauch ein äußeres Zeichen haben,
das ihren Stand als Gott geweihte Personen ausweist.“
Unsere Ordenskonstitutionen sagen über den Habit: "Er
ist ein Zeichen des gottgeweihten Lebens und ein Zeichen der Armut." Der Gürtel eines Habits wird auch als Zingulum
bezeichnet. Die Form, wie ihn wir Barmherzigen tragen, ist ein Hinweis
darauf, dass der Orden die Regel des heiligen Augustinus befolgt.
Beim Skapulier handelt es sich ursprünglich wohl um eine Arbeitsschürze.
Theologisch wird das Skapulier als Weihe an die Gottesmutter Maria
gedeutet, die den Barmherzigen Brüdern besonders am Herzen liegt.