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Kloster auf Zeit
Content:

Eustachius Kugler

Vom Schmied zum Kran­ken­haus­er­bau­er

Eustachius Kugler (Ge­denk­tag am 10. Juni) hat für viele Men­schen in der bayer­i­schen Ober­pfalz eine ganz be­son­de­re Be­deu­tung.

Das Bild zeigt den seligen Frater Eustachius Kugler (1867-1946).

Seliger Frater Eustachius Kugler (1867-1946)

Am 15. Januar 1867 wird Joseph Kugler in Neu­haus/­Nitten­au ge­bo­ren. Der Orden hatte im Frühjahr 1891 im Klos­ter Rei­chen­bach mit der Auf­nah­me und Be­treu­ung von Men­schen mit geis­ti­ger Be­hin­de­rung be­gonnen. Da Josephs Schwager, seines Zeichens Schmie­demeis­ter, mit den an­fallen­den Re­no­vie­rung­en im Klos­ter be­auf­tragt wor­den war, konnte er täg­lich als Mit­helfender über zwei Jahre lang die Ar­beit der Barm­her­zi­gen Brü­der be­ob­ach­ten. 

Davon schwer be­ein­druckt, stand für ihn fest: Hier­für lohnt es sich, sein Leben ein­zu­setzen. Die­sem Orden wollte er an­ge­hö­ren. Am 1. Januar 1893 trat er als Kan­di­dat in das Klos­ter ein und erhielt den Ordens­nam­en Eustachius. Nach ver­schie­denen Ein­sätz­en in an­de­ren Häu­sern des Or­dens, legte er am 30. Okto­ber 1898 die Feier­liche Profess ab. 

20 Jahre lang bewies er als Prior in di­ver­sen Ein­rich­tungen sei­ne Ge­schicke als Bau­herr und Or­ga­ni­sa­tions­ta­lent in Kri­sen­zeiten, immer da­rauf be­dacht, Kran­ke und Men­schen mit Be­hin­de­rung opti­mal zu be­treu­en. Zum Höhe­punkt sei­nes Schaffens zählt si­cher­lich der Bau des Regens­bur­ger Kran­ken­hau­ses: Er zeigte sich als her­vor­ra­gen­der Bau­herr und Mana­ger und lie­ferte wahre Meis­ter­stücke zur Si­che­rung der Fi­nan­zie­rung. 1930 wurde, so der da­ma­lige Ober­bürger­meis­ter, eines der „schöns­ten und best aus­ge­statte­ten Kran­ken­häu­ser Deutsch­lands“ ein­ge­weiht. 

Ein­rich­tungs­auf­lö­sungen, Ver­höre durch die Gestapo und die Eu­thana­sie­ver­bre­chen der Nazis tra­fen Eustachius Kugler hart, konn­ten ihn aber nicht ent­mu­tigen. Er half, wo er konnte – und ver­such­te zu ver­hin­dern, was zu ver­hin­dern war. Für den Wieder­auf­bau nach dem Krieg wäre er der rich­tige Mann ge­we­sen. Doch dazu blieb ihm keine Zeit mehr: Am 10. Juni 1946 starb er an Krebs.

Selbst­lo­sig­keit, Be­schei­den­heit und ein tiefer Glaube sind die Cha­rak­te­ris­ti­ka, mit de­nen Eustachius Kugler ger­ne be­schrie­ben wird.

Feierliche Seligsprechung im Hohen Dom zu Regensburg

 

Am 4. Oktober 2009 fand die feierliche Seligsprechung von Frater Eustachius Kugler im Hohen Dom zu Regensburg mit Hauptzelebrant Bischof Gerhard Ludwig Müller statt. Den Akt der Seligsprechung selbst nahm im Auftrag von Papst Benedikt XVI. Erzbischof Angelo Amato vor. Im Anschluss gab es eine Prozession zur Übertragung des Reliquienschreins vom Dom zur Krankenhauskirche St. Pius.

 

 

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Das Bild zeigt Fenster der Eustachius Kugler Kapelle in Neuhaus.

Fenster in der Eustachius Kugler Kapelle in Neuhaus

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