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Kloster auf Zeit
Inhalt:

Seliger José Olallo Valdés – Barmherziger Bruder in Kuba

Vom Wai­sen­kind zum mu­ti­gen Kran­ken­pfle­ger

Der selige José Olallo Valdés (1820–1889) war ein kubanischer Barmherziger Bruder und Krankenpfleger. Mehr als fünf Jahrzehnte wirkte er im Hospital des heiligen Johannes von Gott in Camagüey. Besonders während Epidemien und des Zehnjährigen Krieges setzte er sich mutig für Kranke, Arme und Verwundete ein. 2008 wurde er in Camagüey seliggesprochen. Sein Gedenktag ist der 12. Februar.

Das Bild zeigt Frater  José Olallo Valdés.

Seliger José Olallo Valdés (1820-1889)

Frater José Olallo wurde am 12. Februar 1820 in Ha­van­na ge­bo­ren. Über seine Eltern ist nichts über­liefert. Am 15. März wurde er im Wai­sen­heim San José von Ha­van­na abgegeben, wo­bei le­dig­lich sein Geburts­datum mit dem Hin­weis an­ge­ge­ben wurde, dass er noch nicht ge­tauft sei. Des­we­gen wurde er noch am selben Tag getauft. In dem Wai­sen­heim blieb er etwa sieben Jahre, da­nach kam er in ein Kinder­heim, wo er sei­ne Schul­bil­dung ab­schloss. Er fühlte sich seit frühes­ter Kind­heit be­son­ders von den kari­ta­ti­ven Auf­ga­ben an­ge­zo­gen, welche er bei den Brüdern des Hos­pitals des hei­li­gen Johannes von Gott, das er häu­fig be­such­te, aus­füh­ren sah. Schon bald woll­te auch er zu ihnen ge­hö­ren.

 

Ge­nau­ere Ein­zel­hei­ten über den Ordens­ein­tritt, die Zeit des Novi­ziats und die Pro­fess sind nicht be­kannt, weil die be­treff­en­den Unter­la­gen in den Wirren der Sä­ku­la­ri­sa­tion, die 1820 in Spanien ein­setzte und einige Jahre später auf Kuba über­griff, ver­lo­ren ge­gan­gen sind. Zu­ver­lässig über­lie­fert ist nur, dass er am 13. April 1835 als Profess­bruder in den Kon­vent von Camagüey kam. Das Hos­pital des hei­ligen Johannes von Gott von Camagüey war ein Kran­ken­haus für Männer mit fünf Kran­ken­sälen, in de­nen in der Regel an die 100 Pa­tien­ten ge­pflegt wurden.

 

 

José Olallo Valdés während der Choleraepidemie

 

Öffentlich tritt José Olallo erstmals im Juli 1835 hervor, als Camagüey von einer schweren Choleraepidemie heimgesucht wird. Frater José Olallo er­weist sich bei dieser Ge­le­gen­heit als wahrer Barm­her­zi­ger Bru­der, der sich furcht­los in den Dienst der Be­völ­kerung von Camagüey stellt. Zwei schrift­liche Zeug­nisse be­le­gen ein­hellig das hero­ische Ver­hal­ten des Seligen in dieser gefahr­en­vollen Si­tu­a­tion.

 

Ob­wohl ihm seine Arbeit kein offi­zielles Medi­zin­studium erlaubt, bildet er sich auf eigene Faust weiter und wird zu einem aus­ge­zeich­ne­ten Kran­ken­pfle­ger. Sein Le­ben in der Ge­mein­schaft von Camagüey, die aus vier Brü­dern besteht, ist schlicht und ein­fach. Im Krankenhaus suchten nicht nur Kranke Hilfe, sondern auch Arme, versklavte Menschen, Kinder, ältere Menschen und andere gesellschaftlich Ausgegrenzte.

 

Als im März 1845 der Prior des Hauses, Frater José de la Luz Valdés, stirbt und ihm Frater Juan Bautista Molina, ein er­fah­re­ner Chirurg, nach­folgt, wird Frater Olallo zum Pflege­dienst­leiter er­nannt. Im Konvent verblei­ben drei Brüder.

 

 

Sein Dienst als Krankenpfleger und Hausoberer

 

1856 wird der Prior des Hauses nach Havanna gerufen und der Selige Olallo zum Haus­oberen von Camagüey ernannt. Mit ihm ver­bleibt nur ein anderer Bruder, Frater Juan Manuel Torres. Die beiden Brüder sorgen sich in den nächsten Jahren, unter­stützt von den Mit­arbei­ten­den, vor­bild­haft um das Kran­ken­haus, bis Frater Juan Manuel nach langer Krank­heit am 26. Januar 1876 an einem Hirn­schlag stirbt. Frater Olallo kümmert sich bis zum Schluss liebe­voll und auf­opfe­rungs­voll um den kran­ken Mit­bruder.

 

 

José Olallo Valdés im Zehnjährigen Krieg

 

Während des Zehn­jährigen Krieges (1868-1878: Un­ab­hängig­keits­krieg Kubas gegen Spanien) erwirkte Frater Olallo, dass Schwer­kranke, Alte und Invalide im Kran­ken­haus bleiben durften. Die anderen Betten mussten für Kriegs­ver­letzte frei gemacht werden. Eine wichtige Rolle spielte dabei, dass die Mili­tärs großen Res­pekt vor dem me­di­zi­ni­schen Fach­wissen von Frater Olallo hatten.

 

 

Hospitalität als Zentrum seines Glaubens

 

Die Hospitalität prägte das gesamte Leben José Olallo Valdés’. Besonders deutlich zeigte sich das während des Zehnjährigen Krieges. Am 11. Mai 1873 fiel in den Ge­fech­ten auch der auf Seiten der Unab­hängig­keits­be­weg­ung käm­pfende Major Ignacio Agramante. Frater Olallo nahm sich des Leich­nams an und zeigte dabei eine zu­gleich hu­mani­täre, pa­trio­ti­sche und chris­tliche Hal­tung. Obwohl seine Tat den spa­ni­schen Be­hör­den nicht ent­ging, blieb sie ohne Kon­se­quen­zen. Die Be­völ­ke­rung von Camagüey, die wie ein Mann hinter dem Major stand, vergaß diese Tat nie.

 

Frater Olallo war ein Ordens­mann mit einer be­ein­druck­en­den Glau­bens­stärke, deren Zentrum die Hos­pi­ta­li­tät war. Diese nach dem Vor­bild des hei­ligen Johannes von Gott aus einem tiefen Glauben ge­leb­te Hos­pi­ta­li­tät befähigte ihn, auch in Grenz­situa­tio­nen mutig zu handeln. Ob Rei­ni­gungs­diens­te oder fach­lich hoch­stehende Hilfs­diens­te bei Opera­tionen, Frater Olallo wusste beides mit größter Sorg­falt zu leis­ten. Ein Zeuge erklärte, dass er der meist gesuchte Assistent bei den Chi­rur­gen war. Außerdem war er ein ex­zellen­ter Zu­be­rei­ter von Medi­ka­menten und besaß das Talent, zwischen strei­ten­den Parteien zu ver­mitteln.

 

 

Tod und Seligsprechung

 

Er starb am 7. März 1889. In den letzten 13 Jahren seines Lebens war er der einzige verbliebene Bruder im Hospital und kümmerte sich weiterhin aufopferungsvoll um Kranke und Arme. Auf seinem Grab­stein steht: „Frater Olallo, die Armen, die ge­trös­tet von dir, ge­stor­ben sind, er­war­ten dich, die Armen, die du un­tröst­lich zu­rück­ge­lassen hast, beten für dich."

 

Sein Selig­spre­chungs­pro­zess wurde 1991 ein­ge­lei­tet, 2006 wurde der he­ro­ische Tugend­grad an­er­kannt. Er wurde am 29. No­vem­ber 2008 in Camagüey/Kuba selig­ge­spro­chen.

 

 

Auf einen Blick

Name: Frater José Olallo Valdés

Geboren: 12. Februar 1820, Havanna, Kuba

Gestorben: 7. März 1889, Camagüey, Kuba

Orden: Barmherzige Brüder vom hl. Johannes von Gott

Tätigkeit: Krankenpfleger und Hausoberer

Wirkungsort: Camagüey, Kuba

Seligsprechung: 29. November 2008

Gedenktag: 12. Februar

Warum ist José Olallo Valdés für die Barmherzigen Brüder ein Vorbild?
José Olallo Valdés verkörperte die Hospitalität in außergewöhnlicher Weise. Er verband fachliche Kompetenz in der Krankenpflege mit Mut, persönlicher Nähe und besonderer Aufmerksamkeit für Arme und Ausgegrenzte. Damit lebte er das Charisma des heiligen Johannes von Gott auch unter schwierigen politischen und gesellschaftlichen Bedingungen.

 

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Wer sind die Barmherzigen Brüder?

Das Bild zeigt eine Landkarte von Kuba.

Landkarte von Kuba

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