Johannes von Gott – Patron der Kranken, Hospitäler und Pflegenden
Am 27. Mai 1886 veröffentlichte die Heilige Ritenkongregation dazu das Dekret "Inter omnigenas virtutes", und am 22. Juni 1886 bestätigte Papst Leo XIII. feierlich diese Proklamation mit dem Breve "Dives in misericordia".
"Wir wollen diesen Jahrestag feiern, nicht nur um eines historischen Ereignisses zu gedenken, sondern um unser Leben als Menschen, die sich der Gastfreundschaft verschrieben haben, neu zu motivieren, in dem Bewusstsein, dass nur der Heilige Geist die Frische und Echtheit der charismatischen Kraft, mit der wir beschenkt wurden, aufrechterhalten und den Mut zu Neuem einflößen kann, um auf die Zeichen der Zeit zu reagieren."
Generalprior Pascal Ahodegnon
Johannes von Gott steht wie kaum ein anderer Heiliger für gelebte Barmherzigkeit. Sein Leben war geprägt von der Sorge um Menschen, die krank, arm, verlassen oder an den Rand der Gesellschaft gedrängt waren. In Granada nahm er Hilfsbedürftige auf, pflegte sie, suchte Unterstützung für sie und stellte ihre Würde in den Mittelpunkt. Aus diesem geistlichen und sozialen Auftrag entstand der Orden der Barmherzigen Brüder.
Die Kirche hat diese besondere Sendung des heiligen Johannes von Gott mehrfach gewürdigt. 1886 erklärte ihn Papst Leo XIII. zum Schutzpatron der Hospitäler und Kranken. Damit wurde offiziell anerkannt, was im Leben des Heiligen bereits sichtbar geworden war: dass die Sorge um kranke Menschen nicht nur medizinische Hilfe bedeutet, sondern auch Nähe, Achtung, Trost, Respekt, Qualität und Hoffnung.
Am 28. August 1930 erweiterte Papst Pius XI. dieses Patronat und stellte auch die Krankenpfleger sowie ihre Vereinigungen unter den Schutz des heiligen Johannes von Gott. Damit wurde sein Vorbild besonders jenen anvertraut, die sich täglich in der Pflege engagieren. Ihr Dienst verlangt Fachwissen, Aufmerksamkeit, Geduld und ein offenes Herz – Haltungen, die eng mit dem Charisma der Hospitalität verbunden sind.

Denkmal des hl. Johannes von Gott in Granada
Auch die Stadt Granada, in der Johannes von Gott wirkte und starb, verehrt ihn in besonderer Weise. Papst Pius XII. erhob ihn im Jahr 1940 zum Schutzpatron der Stadt Granada. Bis heute ist dort die Erinnerung an sein Leben und Wirken präsent.

Krankenhaus in Granada, dessen Bau noch vom heiligen Johannes von Gott selbst begonnen wurde.
Neben diesen Patronaten wird Johannes von Gott außerdem als Patron der Buchhändler, Buchdrucker und Papiermacher verehrt. Diese Verbindung erinnert an eine weniger bekannte Seite seines Lebens: Bevor er sich ganz dem Dienst an den Kranken widmete, war Johannes von Gott unter anderem als Buchhändler tätig.
Für den Orden der Barmherzigen Brüder sind diese Patronate mehr als historische Auszeichnungen. Sie sind Auftrag und Ermutigung zugleich: jeden einzelnen Menschen in seiner Verletzlichkeit wahrzunehmen, Kranken mit Respekt, Zuwendung und Professionalität zu begegnen und Hospitalität jeden Tag konkret werden zu lassen. Der heilige Johannes von Gott bleibt so ein Wegweiser für alle, die im Gesundheits- und Sozialwesen tätig sind – und für alle, die Barmherzigkeit leben wollen.

Kapelle in Granada – an diesem Ort soll Johannes von Gott als Buchhändler gearbeitet haben.