Gott will uns heilen und zu Hoffnungsträgern machen
Als Organisator und Gastgeber begrüßte der Prior des Wiener Krankenhauses der Barmherzigen Brüder, Frater Thomas Pham OH, sac., die rund 50 Gäste, die aus Ungarn, der Slowakei und verschiedenen Teilen Österreichs angereist waren, und erinnerte an die Bedeutung des historischen Sitzungssaals, in dem der aus Italien stammende Barmherzige Bruder Pater Gabriel Ferrara das Krankenhaus schon vor über 400 Jahren, nämlich 1614 mit zwölf Betten gegründet hatte.
Pater Provinzial Saji Mullankuzhy OH, sac. freute sich über die „Zusammenkunft im Zeichen der christlichen Gastfreundschaft“, die noch dazu im Heiligen Jahr stattfand und bekräftigte, wie schön und was für ein Privileg es sei, als „Zeichen der Hoffnung für die kranken und Not leidenden Menschen“ arbeiten und da sein zu dürfen – in der Krankenpflege, in der Seelsorge oder auch einfach in einem Büro vor dem Bildschirm. „Durch unsere Nähe sollen die Kranken Hoffnung schöpfen können“, betonte er. Jede Ordensgemeinschaft dürfe und müsse ihr jeweiliges Charisma in den Pflege- und Heilungsprozess einbringen. Heute komme man zusammen, um sich gegenseitig zu bereichern und voneinander zu lernen, wie Hospitalität und Spiritualität im Berufsalltag besser und effektiver gelebt und sichtbar gemacht werden können.
Der Heiligenkreuzer Abt Maximilian Heim OCist berichtete dankbar von seinen Erfahrungen als Patient im Krankenhaus und ermutigte die Anwesenden, die Wege der Hoffnung und der Heilung zusammenzuführen und den heilenden Jesus Christus in die Mitte ihres Lebens und Wirkens zu stellen. Anhand der Evangeliumsstelle über den blinden Bartimäus (Mk 10,46-52) betrachtete er den unbändigen Heilswillen des barmherzigen Gottes, bei dem kein Schrei und kein Gebet ungehört bleiben. Bei Gott gebe es auch keine hoffnungslosen Fälle, weil Gott jedem eine ewige Hoffnung gegeben hat.

Gruppenbild der an der Tagung Teilnehmenden im Innenhof des Wiener Konventes
Das Beispiel des Bartimäus, der zunächst von allen verachtet wird, aber durch seinen beharrlichen Hilferuf Erhörung und Heil findet, weist uns den Weg: Jesus kommt zu uns als der, der heilen will. Wir brauchen ihm nur alles zu übergeben – die eigenen Sicherheiten sowie all das, was uns blockiert und zurückhält. „Schreit nach der Barmherzigkeit Gottes!“, nur so könne die Menschheit Frieden und Freude erfahren. „Wer verzweifelt ist, der verstummt. Wer schreit, der hofft noch.“ Mit diesem Zitat von Kardinal Schönborn spannte Abt Maximilian den Bogen zum Thema des Heiligen Jahres, nämlich sich als Pilger der Hoffnung aufzumachen, um überall „kleine Lichter der Hoffnung“ (Papst Leo XIV.) anzuzünden. „Wenn Gott mich anschaut, dann bin ich Gottes Augenblick.“