Augenheilkunde

Altersbedinge Maculadegeneration

AMD

Die Macula, oder der „gelbe Fleck“, liegt im Mittelpunkt der Netzhaut und obwohl sie ein Areal von nur einigen Quadratmillimetern umfasst, besitzt sie bezüglich Sehfunktion höchste Wertigkeit. In ihrem Zentrum liegt die Fovea, ein Gebiet von 1,25° , welches für das Scharfsehen verantwortlich ist.

Außerhalb der Fovea nimmt die Sehleistung rasch ab und beträgt am Rande der Macula nur noch etwa 10 %. Außerdem ist die Macula für das Farbensehen zuständig. Der übrige, weit größere Teil der Netzhaut ist nicht so hoch differenziert, jedoch geeignet Umrisse und Hell-Dunkel-Kontraste wahrzunehmen.

Bereits geringfügige Veränderungen innerhalb der Macula können zu erheblichen Sehstörungen und damit zu einer Beeinträchtigung der Lebensqualität führen.

Die Macula besteht aus vielen feinen Sinneszellen, den „Zapfen“, die nach außen in eine Pigmentepithelschichte eintauchen. Daran angrenzend befindet sich die Aderhaut, welche die gefäßlose Macula durch Diffusion ernährt. Die durch den Stoffwechsel verursachten Abbauprodukte werden vom Pigmentepithel entsorgt. Lässt diese Leistung im Alter nach, dann kann sich eine Maculadegeneration entwickeln und das zentrale Gesichtsfeld beeinträchtigen.

 

Der Betroffene sieht verschwommen oder verzerrt bzw. bei Fortschreiten der Erkrankung einen dunklen Fleck, sodass Personen nicht mehr erkannt werden und das Lesevermögen verloren geht. Das periphere Gesichtsfeld ist davon nicht betroffen, sodass der Patient Umrisse erkennen und sich in vertrauter Umgebung zurecht finden kann.

Trotz vieler Fortschritte in der Medizin ist derzeit eine Heilung der Maculadegeneration nicht möglich. In den letzten Jahren sind Behandlungsmethoden entwickelt worden, die zumindest in bestimmten Fällen eine Verzögerung des Leidens, ja sogar bei manchen Patienten eine Verbesserung des Sehvermögens ermöglichen.

Generell unterscheiden wir bei der Maculadegeneration eine trockene und eine feuchte Form.


Die trockene Makuladegeneration

Die trockene Degeneration schreitet meist langsam voran, sodass das Lesevermögen lange erhalten bleiben kann. Bei der feuchten Form, die durch Gefäßneubildungen der Aderhaut außerhalb des Pigmentepithels im Maculabereich verursacht wird, kommt es rasch zu einer progredienten Sehverschlechterung, die schließlich zum Verlust der Lesefähigkeit führt.

Neuere Studien haben ergeben, dass im Frühstadium der Erkrankung durch Vitamine eine Verzögerung des Leidens möglich ist.

Altersbedingte trockene AMD mit Druseneinlagerungen (kann symptomlos sein)



Die feuchte MakuladegenerationBei der feuchten Form haben wir heute in vielen Fällen die Möglichkeit – wenn rechtzeitig erkannt – sie durch eine Laserbehandlung in die mildere trockene Form umzuwandeln.

Hier stehen uns zwei Verfahren zur Verfügung.

Liegen die Gefäßneubildungen außerhalb der Fovea, so können sie durch eine thermische Laserbehandlung verödet werden, wobei eine eventuelle umschriebene Funktionseinschränkung zu Gunsten des Erhalts der höherwertigen Fovea in Kauf genommen wird.

Bei Gefäßneubildungen im Foveabereich ist dieses thermische Verfahren nicht möglich, da durch Schädigung der Sinneszellen das Scharfsehen schwer beeinträchtig werden kann.

Fortgeschrittene feuchte AMD mit Blutung (massive Sehbeeinträchtigung)  
   
Fluoreszenz-
Angiographie bei feuchter AMD
 



Die Photodynamische TherapieIn den letzten Jahren wurde eine neue und erfolgversprechende Behandlungsmethode entwickelt, die so genannte „Photodynamische Therapie“ (PDT), bei der der photochemische Wirkstoff Verteporfin (Visudyne®) in die Armvene injiziert wird und der sich dann in der Folge selektiv in den neu gebildeten Gefäßen ablagert.

Anschließend wird das betroffene Areal mit einem nicht thermischen Laser bestimmter Wellenlänge bestrahlt und dadurch der Wirkstoff Verteporfin (Visudyne®) aktiviert, wobei es unter Schonung der Sinneszellen in der Folge zu einer Verödung der neugebildeten Gefäßmembran kommt und damit das Sehvermögen erhalten bzw. verbessert werden kann.

Meist sind mehrere Behandlungen erforderlich um dieses Ziel zu erlangen. Erfolgversprechend hat sich eine Kombinationstherapie erwiesen, bestehend aus PDT und Injektion von Triamcinolon in den Glaskörper (intravitreal) oder neben dem Auge (parabulbär). Regelmäßige Kontrollen sind erforderlich, da trotz erfolgreicher Therapie Rezidive auftreten können.

AmslerkarteMittels so genannter Amslerkarten – die bei uns in der Ambulanz kostenlos erhältlich sind – kann der Patient Selbstkontrollen durchführen und so etwaige Veränderungen frühzeitig feststellen.

Prinzip der  Amslerkarte:
blickt ein gesunder Patient auf die Karte, so erkennt er ein Gittenetz mit einem Punkt und vertikal und horizontal parallelen (!) Linien
     
An AMD erkrankter Patient erkennt keine parallelen Linien. Aufgrund der Erkrankung kommt es zu "Verformungen" im Bereich der Makula und gerade Linien werden bspw. als gezackte, gekrümmte oder gebogene Linien wahrgenommen.    
   
Sehbehinderung aus der Sicht eines Patienten bei AMD  



ZusammenfassungWenn wir zusammenfassen, können wir feststellen, dass die AMD heute zu den häufigsten Erkrankungen mit Verlust des Lesevermögens in der westlichen Welt zählt und dass eine Heilung dieses Leidens derzeit nicht möglich ist. Jedoch kann bei rechtzeitigem Erkennen der AMD das Sehvermögen durch die von uns heute zur Verfügung stehenden Behandlungsmethoden in vielen Fällen über längere Zeit stabilisiert und zum Teil auch verbessert werden.

 

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