Augenheilkunde

Zuckerkrankheit und Auge

Retinopathia diabetica

Die Zuckerkrankheit, der Diabetes mellitus, kann im Laufe von Jahren zu einer Sehverschlechterung führen, die bis hin zur Erblindung führen kann. Bei etwa einem Drittel der Diabetiker treten Augenveränderungen auf.

In der westlichen Welt ist die Retinopathia diabetica zwischen dem 25. und 65. Lebensjahr die häufigste Erblindungsursache. Wir unterscheiden zwischen einem jugendlichen Diabetes (Typ I), bei dem das Hormon Insulin zu wenig oder gar nicht in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird, und dem Altersdiabetes (Typ II), bei dem das Insulin gemindert wirkt.

Durch die Störung im Zuckerstoffwechsel treten Gefäßveränderungen im Auge auf und in der Folge können Netzhautschäden entstehen. So kann es zu Ausbuchtungen der Gefäßwände, zu erhöhter Permeabilität (Durchlässigkeit) der Gefäße und damit zu Blutungen und Flüssigkeitsansammlungen sowie zu Ablagerungen von Stoffwechselschlacken in der Netzhaut kommen und so das Sehvermögen, vor allem wenn das Netzhautzentrum – die Macula – betroffen ist, erheblich beeinträchtigen.

Bei wiederholt auftretenden Blutungen kommt es zu einer Fibrosierung (Bindegewebsbildung) des Glaskörpers sowie zu Gefäßeinsprossungen und man spricht dann von einer proliferativen Retinopathie. Schließlich kann durch Verwachsung des fibrosierten Glaskörpers mit der Netzhaut und anschließender Schrumpfung eine Netzhautablösung mit massiver Sehbeeinträchtigung entstehen.

 

Entscheidend für die Prognose von Sehschäden durch die Zuckerkrankheit ist das möglichst frühe Erkennen von Augenveränderungen. Damit können unwiederbringbare Einbußen des Sehvermögens vermieden werden.

Neben einer optimalen Einstellung des Blutzuckers – Langzeitwert von HbA1C soll unter 7% liegen – und des Blutdruckes steht uns der Laser bei der Behandlung von Augenveränderungen als Mittel der Wahl zur Verfügung. Dabei werden mit dem Laser blutungsgefährdete Netzhautgefäße verschorft. Durch diese Behandlung kann, verglichen mit unbehandelten Patienten, eine weitere Verschlechterung etwa um die Hälfte verringert werden.

Liegt bereits eine Sehverschlechterung vor, so kann durch eine Laserbehandlung keine Sehverbesserung erzielt werden, sondern höchstens eine weitere Verschlechterung verhindert werden.

Die besten Ergebnisse werden mit der Lasertherapie erzielt, wenn Netzhautveränderungen bereits vorliegen, ohne dass der Patient eine Beeinträchtigung wahrnimmt. Aus diesem Grunde sind bei Diabetikern regelmäßige Augenkontrollen durch den Augenarzt erforderlich sowie eine enge Zusammenarbeit mit dem zuständigen Hausarzt oder Internisten.


ausgeprägte Veränderungen am Augenhintergrund bei Diabetes mellitus mit Exsudaten   ausgeprägte Veränderungen am Augenhintergrund bei Diabetes mellitus im fortgeschrittenen Stadium mit Gefäßneubildungen und Blutungen in den Glaskörper

 


 

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