Spanische Märtyrer
Gedenktag: 30. Juli
Der Bürgerkrieg in Spanien von 1936 bis 1939 hat etwa 1,2
Millionen Todesopfer gefordert. Zu den auf grausame Weise Hingemordeten
gehören 98 Barmherzige Brüder. Davon sind 71 als Märtyrer anerkannt.
Die Gruppe dieser Märtyrer ist bekannt unter dem Namen "Braulio Maria
Corres und Federico Rubio und Gefährten". Von den 71 Mitbrüdern stammen
64 aus Spanien und 7 aus Kolumbien.
Der traditionell unpolitische Orden der Barmherzigen Brüder hatte
anfangs mit gutem Grund noch gehofft, nicht in die Auseinandersetzungen
des Bürgerkriegs hineingezogen zu werden. Doch bald wurden keine
Unterschiede mehr gemacht.
Die Brüder waren sich der Gefahr bewusst, sie konnten aber die Kranken
und Behinderten nicht im Stich lassen. Der Extremismus der Menschen,
die miteinander in einem Land leben, hat viele unfreiwillig zu Feinden
werden lassen. Menschen sind dadurch in ausweglose Situationen, die sie
nicht verursacht haben, gekommen. Zwischen die Fronten geraten, konnten
sie sich der Gewalt nicht mehr entziehen und wurden deren Opfer.
Das Blutzeugnis der 71 seliggesprochenen spanischen Barmherzigen Brüder
ist ein Zeichen, dass ihr Opfer angesichts blind gewordener Gewalt, die
Hingabe ihres Lebens, nicht vergebens waren, denn "niemand lebt für
sich selbst und niemand stirbt für sich selbst." Ihr Martyrium hat den
Glauben an eine spätere Versöhnung bezeugt und es drückt die Hoffnung
nach einer größeren Gerechtigkeit Gottes aus, auch dort wo es "nichts
mehr zu hoffen" gibt. In der "Erhebung zur Ehre der Altäre", wie man
eine Seligsprechung umschreibt, wird allen Opfern sinnloser Gewalt
zugesprochen, dass ihr Tod schon den Keim einer späteren Versöhnung in
sich birgt.