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Kloster auf Zeit
Inhalt:

Johannes von Gott – Schutz­patron der Kranken, Kranken­häuser und Pfle­genden

 

Seit 1886 ist der heilige Johannes von Gott Patron der Kranken und Hospitäler, seit 1930 auch der Krankenpfleger und ihrer Vereinigungen. 1940 wurde er außerdem zum zweiten Patron der Stadt Granada erklärt. Für die Barmherzigen Brüder sind diese Patronate Ausdruck dessen, wofür ihr Ordensgründer bis heute steht: gelebte Hospitalität und die umfassende Sorge um kranke und hilfsbedürftige Menschen.

Jährlich am 27. Mai erinnert der Orden der Barmherzigen Brüder an eine besondere Würdigung seines Ordensgründers: an die Proklamation des heiligen Johannes von Gott als Patron der Spitäler und Kranken. Denn am 27. Mai 1886 erklärte die "Heilige Ritenkongregation" Johannes von Gott gemeinsam mit dem heiligen Kamillus von Lellis zu Patronen der Hospitäler und Kranken. Grundlage war das Dekret Inter omnigenas virtutes. Am 22. Juni 1886 bestätigte Papst Leo XIII. die Proklamation feierlich mit dem Breve Dives in misericordia.

 

Johannes von Gott steht wie kaum ein anderer Heiliger für gelebte Barmherzigkeit. Sein Leben war geprägt von der Sorge um Menschen, die krank, arm, verlassen oder an den Rand der Gesellschaft gedrängt waren. In Granada nahm er Hilfsbedürftige auf, pflegte sie, suchte Unterstützung für sie und stellte ihre Würde in den Mittelpunkt. Sein Beispiel zog Gefährten an, die sein Werk fortführten. Aus dieser Gemeinschaft entwickelte sich nach seinem Tod der Orden der Barmherzigen Brüder, der Johannes von Gott als seinen geistlichen Vater und Gründer verehrt.

 

Am 28. August 1930 erweiterte Papst Pius XI. dieses Patronat und stellte auch die Krankenpfleger sowie ihre Vereinigungen unter den Schutz des heiligen Johannes von Gott. Damit wurde sein Vorbild besonders jenen anvertraut, die sich täglich in der Pflege engagieren. Ihr Dienst verlangt Fachwissen, Aufmerksamkeit, Geduld und ein offenes Herz – Haltungen, die eng mit dem Charisma der Hospitalität verbunden sind.

 

Das Bild zeigt das Denkmal des Johannes von Gott in Granada.

Denkmal des heiligen Johannes von Gott in Granada

 

 

Auch die Stadt Granada, in der Johannes von Gott wirkte und starb, verehrt ihn in besonderer Weise. 1940 erklärte Papst Pius XII. ihn zum zweiten Patron der Stadt. Bis heute prägt die Erinnerung an sein Leben und Wirken Granada in besonderer Weise.

 

Das Bild zeigt ein Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Granada.

Hospital San Juan de Dios in Granada. Mit dem Bau wurde 1544 noch zu Lebzeiten des heiligen Johannes von Gott begonnen.

 

 

Neben diesen Patronaten wird Johannes von Gott außerdem als Patron der Buchhändler, Buchdrucker und Papiermacher verehrt. Besonders das Patronat der Buchhändler erinnert an eine weniger bekannte Seite seines Lebens: Bevor Johannes von Gott sich ganz dem Dienst an kranken und hilfsbedürftigen Menschen widmete, war er nach der Biographie von Francisco Castro (VI. Kapitel) in Granada als Buchhändler tätig.

 

Für den Orden der Barmherzigen Brüder sind diese Patronate mehr als historische Auszeichnungen. Sie sind Auftrag und Ermutigung zugleich: jeden einzelnen Menschen in seiner Verletzlichkeit wahrzunehmen, Kranken mit Respekt, Zuwendung und Professionalität zu begegnen und Hospitalität jeden Tag konkret werden zu lassen. Der heilige Johannes von Gott bleibt so ein Wegweiser für alle, die im Gesundheits- und Sozialwesen tätig sind – und für alle, die Barmherzigkeit leben wollen.

 

Das Bild zeigt eine Kapelle an der Stelle, wo Johannes von Gott der Überlieferung nach als Buchhändler tätig gewesen ist.

Kapelle in Granada – an diesem Ort soll der Überlieferung nach Johannes von Gott als Buchhändler gearbeitet haben.

 

 

Erklärung

 

Die "Heilige Ritenkongregation"

war eine zentrale Behörde der Römischen Kurie. Papst Sixtus V. gründete sie 1588 im Zuge einer umfassenden Neuordnung der Kurie. Zu ihren Aufgaben gehörten insbesondere die Regelung liturgischer Fragen sowie die Durchführung von Selig- und Heiligsprechungsverfahren.

 

Papst Paul VI. löste die Ritenkongregation 1969 auf und teilte ihre Aufgaben auf zwei neue Kongregationen auf. Aus ihnen gingen die heutigen Dikasterien für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung sowie für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse hervor.

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