Kirchlicher Umweltpreis 2025: Starkes, steirisches Engagement
Beide Einrichtungen setzen ein starkes Zeichen für Biodiversität und gelebte Schöpfungsverantwortung.
Die Barmherzigen Brüder Graz haben mit ihrem heilenden Patientengarten (1.000 m², barrierefrei, ökologisch gepflegt) und dem historischen Boccius-Garten (seit dem 16. Jh., Heil- und Gewürzpflanzen) ein einzigartiges und nachhaltiges Konzept geschaffen: Biodiversität wird hier geschützt, gepflegt und zugleich in Heilung und Spiritualität eingebunden. Alle Flächen werden seit über 15 Jahren streng ökologisch, torf- und pestizidfrei nach „Natur im Garten“ gepflegt. Eingebettet in das EMAS III Umweltmanagementsystem des Krankenhauses ist Biodiversität nicht nur Praxis, sondern systematisch gesichert. Das Projekt ist Leuchtturm kirchlicher Umweltarbeit: Heilung durch Biodiversität, verwurzelt in Spiritualität, gesichert durch EMAS.
Die Barmherzigen Brüder Kainbach leben Biodiversität und Schöpfungsverantwortung mit großem Engagement. Auf 180 ha Areal werden am Stammsitz in Kainbach naturnahe Wald-, Wiesen- und Teichlandschaften gepflegt, Wildrückzugsgebiete bieten Wildtieren ein sicheres Zuhause, während Frösche, Insekten und Wildenten in Teichen ihren Lebensraum finden. Mitarbeitende, Bewohner:innen und Klient:innen betreuen gemeinsam Bienenstöcke an mehreren Standorten und pflegen Blüh- sowie Lavendelflächen. Begrünte Dächer, Photovoltaik-Anlagen und eine Hackschnitzelanlage verbinden Nachhaltigkeit mit Lebensraumgestaltung. Bildungsangebote in leichter Sprache, Umwelt-Updates und inklusive Klimaschutz-Coachings fördern Umweltbewusstsein, Teilhabe und soziale Inklusion.

Die steirischen Preisträger der Barmherzigen Brüder mit Bischof der Diözese St. Pölten Alois Schwarz.
Der Kirchliche Umweltpreis wird jährlich von den katholischen und evangelischen Umweltbeauftragten Österreichs gemeinsam mit der Österreichischen Ordenskonferenz und der Fachstelle überdiözesane Umweltarbeit vergeben. Ziel dieser ökumenischen Initiative ist es, Projekte aus Pfarren, Orden und kirchlichen Einrichtungen sichtbar zu machen, die sich in den Bereichen Biodiversität und Mobilität für den Schutz der Schöpfung und nachhaltige Lebensweisen engagieren. Der Preis soll die Vorbildwirkung innovativer Maßnahmen hervorheben und andere kirchliche Standorte ermutigen, ökologische Verantwortung praktisch umzusetzen.
Wir gratulieren auch unseren Kolleg:innen des Elisabethinen-Krankenhauses Klagenfurt, das in der Kategorie Mobilität den Hauptpreis für sein umfassendes Mobilitätsprojekt gewann – zu dem unter anderem die Initiative „Seelsorge auf zwei Rädern“ gehört. Alle Einrichtungen zeigen eindrucksvoll, wie Ordenseinrichtungen Schöpfungsverantwortung durch konkrete Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen leben.
„Nachhaltigkeit wirkt am besten, wenn wir alle gemeinsam daran arbeiten“, betonen die Verantwortlichen der steirischen Einrichtungen der Barmherzigen Brüder.