ANALKARZINOM
1. Was ist ein Analkarzinom und wie häufig tritt es auf?
Unter einem Analkarzinom versteht man bösartige Tumoren im Bereich des Analkanals oder der Afteröffnung. Das Analkarzinom stellt weniger als 5% aller bösartigen Tumore des Verdauungstraktes dar. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer.
Wichtig zu wissen: Risikofaktoren sind vor allem chronische Infektionen mit humanen Papillomviren (HPV, besonders HPV 16 und 18), HIV aber auch chronische Entzündungen, Immunschwäche, Rauchen und bestimmte Vorstufen wie anale intraepitheliale Neoplasien (AIN).
Früh erkannt, ist die Erkrankung heute in vielen Fällen sehr gut behandelbar.
2. Welche Symptome können auftreten?
Ein Analkarzinom verursacht anfangs oft unspezifische Beschwerden.
Typische Warnzeichen sind:
- Blutungen beim Stuhlgang (häufig fälschlich als „Hämorrhoiden“ abgetan)
- Schmerzen oder Brennen im Analbereich
- Juckreiz oder Nässen
- Knoten, Verhärtungen oder tastbare Veränderungen am After
- Veränderungen der Stuhlgewohnheiten, z. B. Stuhldrang, Bleistiftstühle
3. Welche Diagnostik setzen wir ein?
Ziel der Diagnostik ist es, die Erkrankung frühzeitig zu erkennen, die genaue Ausdehnung, also das Stadium zu bestimmen und mögliche Metastasen auszuschließen.
- Anamnese und körperliche Untersuchung mit digital-rektaler Untersuchung
- Proktoskopie: genaue Inspektion des Analkanals, Entnahme von Gewebeproben (Biopsien)
- Bildgebung:
- Endosonographie (Ultraschallsonde über den After) zur Bestimmung der Tumortiefe
- MRT des Beckens zur präzisen Lokalisation
- CT von Thorax und Abdomen zum Ausschluss von Metastasen
4. Welche Therapien kommen zum Einsatz?
An unserer chirurgischen Abteilung der Barmherzigen Brüder Graz bieten wir eine individuell abgestimmte Therapie nach höchsten internationalen Standards an.
- Radiochemotherapie:
bei Tumoren ab einer Größe von 2 cm ist die Kombination aus Bestrahlung und Chemotherapie die Therapie der Wahl. Damit können in vielen Fällen eine Tumorverkleinerung bis hin zur vollständigen Rückbildung der Tumoren erreicht werden. Diese Therapie wird in Kooperation mit der Univ.-Klinik für Strahlentherapie am LKH Graz/Universitätsklinikum durchgeführt.
- Operation:
in einem frühen Stadium (Tumore unter 2 cm Größe) ist die primäre Operation ohne Vorbehandlung eine Alternative zur Radiochemotherapie.
- Operation nach Radiochemotherapie:
wenn durch eine Radiochemotherapie keine vollständige Rückbildung des Tumors erreicht werden kann (dies kann bis zu 6 Monate in Anspruch nehmen) wird eine operative Tumorentfernung angeschlossen.
5. Nachsorge und Prognose
Nach erfolgreicher Behandlung ist eine engmaschige Nachsorge besonders wichtig, da Rückfälle vor allem in den ersten Jahren auftreten können. Die gesamte Nachsorge kann an unserer Abteilung absolviert werden und erfolgt in engem Kontakt zu den Patienten.
- Regelmäßige klinische Untersuchungen und Proktoskopien
- Bildgebende Verfahren (MRT, CT) in abgestuften Intervallen
Die Heilungschancen sind insgesamt sehr gut, wenn die Erkrankung früh erkannt und leitliniengerecht behandelt wird.
6. Unsere Stärken
An der chirurgischen Abteilung der Barmherzigen Brüder Graz bieten wir:
- ein erfahrenes Team aus Experten, das um eine rasche und fundierte Diagnosestellung bemüht ist und den Patienten einfühlsam an der Seite steht.
- Modernste Diagnostik (Endosonographie, MRT, Biopsien)
- Interdisziplinäre Tumorkonferenzen gemeinsam mit Onkologie und Strahlentherapie
- Operative Expertise bei komplexen Verläufen und Rückfällen
- Individuell zugeschnittene Nachsorgeprogramme
Wichtiger Hinweis: Bei Blutungen oder Veränderungen im Analbereich sollte frühzeitig ärztlicher Rat eingeholt werden – je früher ein Analkarzinom erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen!