ANALFISSUR
Hilfe beim schmerzhaften Einriss
Eine Analfissur ist ein kleiner, oft nur millimetergroßer Einriss in der Schleimhaut des Afters. Was so klein klingt, kann äußerst schmerzhaft sein und den Alltag erheblich beeinträchtigen. Die Schmerzen treten besonders während und nach dem Stuhlgang auf und werden oft als brennend oder schneidend beschrieben. Hellrotes Blut auf dem Toilettenpapier oder dem Stuhl ist ein häufiges Begleitsymptom. Durch die Schmerzen kommt es zu einem Anspannen der Schließmuskeln und dadurch zu einer schlechteren Durchblutung, was die Wundheilung stört.
Wir nehmen ihren Schmerz ernst. Bei uns müssen Sie nicht lange leiden unser oberstes Ziel ist es, den Teufelskreis aus Schmerz, verkrampfte Muskulatur und schlechterer Durchblutung zu durchbrechen, der die Heilung verhindert.
Behandlung ohne Schnitt: Konservative Therapie im Vordergrund
In den allermeisten Fällen heilt eine akute Analfissur unter der richtigen konservativen Therapie zuverlässig ab. Diese basiert auf mehreren Säulen:
- 1. Schmerz- und Krampflösung:
Spezielle Salben (z.B. mit Kalziumantagonisten) entspannen den Schließmuskel, verbessern die Durchblutung und ermöglichen die Heilung und lindern den Schmerz.
- 2. Weicher Stuhl:
Der wichtigste Begleiter der Therapie! Durch ballaststoffreiche Ernährung, ausreichendes Trinken und gegebenenfalls kurzfristige, mild wirksame Abführmittel wird der Stuhl weich. So wird der wunde Bereich bei jedem Toilettengang geschont.
- 3. Richtige Analhygiene:
Vermeiden (von feuchtem) Toilettenpapier. Bei Analfissuren und allgemein Wunden im Bereich des Afters hat sich das Bidet bewährt. Wichtig ist das mindestens einmal tägliche, besser noch nach jedem Stuhlgang, Ausduschen mit lauwarmem Wasser. Die Reibung und auch eventuelle Duftstoffe im Toilettenpapier reizen hingegen die Haut und Schleimhaut.
- 4. Sitzbäder:
Regelmäßige warme Sitzbäder entspannen die Muskulatur, lindern den Schmerz und fördern die Durchblutung.
Operative Methoden:
- 1. Fissurektomie
Zeigt die konservative Behandlung keinen ausreichenden Erfolg oder handelt es sich um eine chronische Fissur. Wir empfehlen einen kleinen operativen Eingriff: die Fissurektomie.
Was passiert dabei? Der chronisch verhärtete Fissurrand und das Narbengewebe werden vorsichtig entfernt. Dadurch wird das starre schlecht durchblutete Gewebe in frisches gut durchblutetes Gewebe umgewandelt, das problemlos abheilen kann.
Dieser Eingriff ist deutlich schonender als eine durchtrennen der Operation am Muskel (laterale Sphinkterotomie) und birgt ein viel geringeres Risiko für die Stuhlinkontinenz. Auf die laterale Sphinkterotomie, die in anderen Ländern häufig durchgeführt wird, verzichten wir in unserer Praxis.
- 2. Kombinierte Fissurektomie mit Botox-InjektionenSollte die Fissur nach einer Operation erneut auftreten (Rezidiv), kann ein Kombinationseingriff im Sinne einer Fissurektomie mit Botox-Injektion erfolgen.
Wie? Nach der erneuten Entfernung des Narbengewebes spritzen wir eine winzige Menge Botulinumtoxin (Botox) gezielt in den inneren Schließmuskel.
Warum? Das Medikament entspannt den Muskel für mehrere Monate tiefgreifend. Dies durchbricht den schmerzhaften Muskelkrampf, verbessert die Durchblutung massiv und schafft so die optimale Voraussetzung für eine dauerhafte Heilung. Die Kombination von chirurgischem Débridement und Muskelentspannung bietet in komplexen Fällen die besten Erfolgsaussichten.
Wichtig: Lage der Fissur
Eine typische Analfissur befindet sich in der Mittellinie nach hinten oder vorne zur Vagina oder zum Damm hin. Fissuren die seitlich oder an anderen untypischen Stellen liegen, müssen immer besonders sorgfältig abgeklärt werden, um andere zugrundeliegende Erkrankungen auszuschließen. Dies ist für uns selbstverständlich. Sämtliches entferntes Gewebe wird immer zur mikroskopischen Untersuchung eingeschickt.