Wednesday 23. May 2012

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Radikale Prostatektomie


Das Prostatakarzinom ist heute in fast allen entwickelten Ländern die häufigste Tumorerkrankung des Mannes. Damit ist es auch die zweithäufigste Krebstodesursache beim Mann nach dem Lungenkrebs, obwohl durch eine frühzeitige Entdeckung die Heilungschancen enorm gesteigert werden können.

Die gängigsten Behandlungsmethoden bei klinisch lokalisierter Erkrankung (auf die Prostata beschränkt) sind heute entweder die verschiedenen operativen sowie die strahlentherapeutischen Verfahren (externe Strahlentherapie, Brachytherapie-"Seed-Implantation"). Je nach persönlicher Befundkonstellation (Alter, Vorerkrankungen, Voroperationen, körperlicher Untersuchungsbefund, PSA-Wert, pathologischer Befund der Gewebeprobe/"Gleason-Score" sowie ggf. Ultraschall- Röntgen- und nuklearmedizinische Untersuchungen) können heute individuell angepasste Behandlungsstrategien angeboten werden.

Die operative Therapie der Wahl bei einem lokal begrenzten Prostatakarzinom ist die vollständige Entfernung der Prostata einschließlich der Samenbläschen. Dieser Eingriff gehört zu den häufigsten tumorchirurgischen Eingriffen in der Urologie.

Welche Methoden der radikalen Prostatektomie gibt es?


Wie funktioniert die perineale radikale Prostatektomie?

Ein wesentlicher Vorteil bei diesem Zugangsweg der perinealen Prostatektomie liegt im kürzesten Weg zur Prostata. Der Zugangsweg erfolgt mittels halbmondförmigen Schnitt zwischen Anus und Hodensack, von einem Sitzbeinhöcker zum anderen. Als einen Nachteil kann man anführen, dass eine ausreichende pelvine Lymphadenektomie (Lymphknotenentfernung) nicht möglich ist, obwohl eine Lymphadenektomie von diesem Zugangsweg publiziert wurde. Als Indikation zu diesem Zugangsweg sehen wir die Prostatektomie ohne Lymphadenektomie, die sich aufgrund geringer Wahrscheinlichkeit einer Lymphknotenmetastasierung aus den erhobenen Vorbefunden (Prostatastanze, Tumoraggressivität, PSA Wert,…) ergibt.


Wie funktioniert die retropubische radikale Prostatektomie?

Bei dem retropubischen Zugangsweg handelt es sich um den ursprünglichen Weg mittels Schnitt im Unterbauch. Vorteil dieser Operationstechnik: eine übersichtliche Lymphadenektomie ist möglich; Als Nachteil kann ein durchschnittlich größerer Blutverlust vergleichsweise zu anderen OP- Techniken gesehen werden.


Schlüsselloch-Chirurgie bei Prostatakrebs: Endoskopisch-extraperitoneale radikale Prostatektomie (EERPE)

Neben den klassischen Schnittoperationen kommen auch bei dieser Erkrankung minimal-invasive Therapieverfahren zur Anwendung. Solch ein schonendes Verfahren, die so genannte "endoskopisch-extraperitoneale radikale Prostatektomie" (EERPE), wird seit über zehn Jahren an unserer Abteilung durchgeführt.


Wie funktioniert die endoskopische extraperitoneale radikale Prostatektomie (EERPE)?

Ein am Anfang der Operation in den Unterbauch eingeführter Ballon drängt das Bauchfell und die dahinter liegenden Darmanteile zurück.

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Zugang zum Operationsfeld unter Umgehung des Bauchraumes
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Über fünf kleine Hautschnitte unterhalb des Bauchnabels führt der Urologe dann kleine Instrumente ein. Eine Kamera ermöglicht, das Operationsfeld auf einem Monitor in fünf- bis fünfzehnfacher Vergrößerung zu überblicken. Dadurch kann der Eingriff besonders exakt und schonend ausgeführt werden.

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In unserem Spital übernimmt ein sprachkontrollierter Kameraroboter die stabile Kameraführung (AESOP).


Vorteile des Verfahrens sind ein minimal-invasiver Zugangsweg, eine deutlich verbesserte Visualisierung des Operationsfeldes (Kameraoptik, Monitor), eine Reduktion des Blutverlustes während der Operation und eine exakte Anastomose (neue Verbindung zwischen Harnröhre und Harnblase). Es resultieren daraus eine kurze Katheterverweildauer und eine schnelle Rekonvaleszenz der Patienten.

Die EERPE kombiniert die Vorteile eines minimal-invasiven Zugangsweges mit den Operationsschritten der klassischen "offenen" Methode.

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