Thursday 9. February 2012

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Männliche Inkontinenz – erfolgreiche Behandlung im Wiener Krankenhaus der Barmherzigen Brüder

Die Operation und Aktivierung des von OA Dr. Wilhelm Bauer entwickelten Implantates erfolgt minimal-invasiv

29 Prozent der über 50jährigen Österreicher leiden an Harninkontinenz. Sieben Prozent davon sind Männer. Die Dunkelziffer dürfte jedoch wesentlich höher sein. Vor allem bei Männern handelt es sich nach wie vor um ein Tabuthema. Abhilfe schafft das A.M.I.® ATOMS System - ein neu entwickeltes hydraulisches Implantat, welches minimal-invasiv implantiert und aktiviert wird.

Mehr Lebensqualität dank neuer Methode 

 

Die Ursachen für unwillkürlichen Harnverlust sind vielfältig: eine überaktive Blase, Hirnleistungsstörungen oder Prostataoperationen. Vor allen nach radikaler Prostatektomie, also der kompletten Entfernung der Prostata, ist die Behandlung der männlichen Inkontinenz nach wie vor eine große Herausforderung. Das von Oberarzt Dr. Wilhelm Bauer in Zusammenarbeit mit der österreichischen Firma A.M.I. entwickelte Implantat hilft den Betroffenen - schnell und einfach.  

 

Das ATOMS Implantat als Ganzes besteht aus mehreren miteinander verbundenen Einzelteilen. Von zentraler Bedeutung sind das Ersatzkissen, der Port und der Portkatheter. Das Implantat wird an vier Punkten mit Fixations-Netzarmen symmetrisch rund um die Urethra fixiert. Diese werden bis zur Mitte des Implantats zurückgeführt, um das System zu befestigen. Dadurch werden keine zusätzlichen Verankerungen oder Schrauben benötigt. Eine anatomische, symmetrische 4-Punkt Fixation ist dennoch gewährleistet.

 

Das mehrteilige System zeichnet sich dadurch aus, dass alle Systemkomponenten komplett hydraulisch arbeiten. Defekte mechanischer Komponenten werden dadurch im Langzeitverlauf vermieden.  

 

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„Die Produktentwicklung von OA Dr. Bauer ist genau auf die Bedürfnisse der Patienten ausgerichtet. National, als auch international sind die Kollegen von dem ATOMS System begeistert", sagt Prim. Univ.-Prof. Dr. Paul Schramek, Vorstand der Abteilung für Urologie und Andrologie im Wiener Krankenhaus der Barmherzigen Brüder. 

 

Entwicklung und Funktionsweise 

 

„Vor rund sieben Jahren habe ich festgestellt, dass es keine wirklich gute patientenverträgliche Lösung für gering bis mittelgradige Harninkontinenz gegeben hat. Es fehlte ein Produkt, das minimal-invasiv und für eine breite Indikation zu gebrauchen war. Das ATOMS System ist die Antwort darauf. Es eignet sich für jeden Grad der Harninkontinenz und funktioniert ganz einfach: Dem Patienten wird das Produkt implantiert, nach rund drei Woche wird das implantierte Ersatzkissen, welches einseitig - das ist das Neue - auf die Harnröhre drückt, mittels Portkatheter-Verbindung mit einer Kochsalzlösung gefüllt. Eine Justierung ist jederzeit durch den Port, ohne einen chirurgischen Eingriff, möglich. Durch den gleichmäßig verteilten sanften Druck des Kissens wird das physiologische Urinieren ermöglicht. Der Inkontinenzgrad wird somit minimiert und der Patient kann wieder frei und ohne Betätigung einer mechanischen Einheit urinieren", erklärt Oberarzt Dr. Wilhelm Bauer, die Funktionsweise seiner Entwicklung.

 

Die Vorteile

 

Das ATOMS System ist langzeit-adjustierbar und passt sich den ändernden Patientenaktivitäten an. Sowohl die Operation, als auch das Adjustieren mittels Punktionsnadel werden minimal-invasiv durchgeführt. Die Nachjustierung des Ersatzkissens erfolgt in mehreren Schritten und in Abstimmung mit dem Patienten. „Ziel ist, dass die Patienten wieder ein Leben ohne Einschränkungen und mit steigender Lebensqualität führen können", erläutert OA Dr. Bauer abschließend.

 

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Kompetenzzentrum für männliche Inkontinenz

 

Die Entwicklungsdauer bis zur Europäischen CE Zertifizierung des Produkts als zugelassenes Medizinprodukt im April 2008 betrug rund fünf Jahre. Die Zulassung der Anwendung durch die interne Ethikkommission der Barmherzigen Brüder und erste Implantationen folgten kurz danach.
Seither wurden 34 Patienten im Haus erfolgreich damit behandelt. In Europa wurde das Produkt bereits in Deutschland, Italien, Belgien, Polen und Tschechien implantiert.
Am 7. September 2009 wurde das Produkt im Rahmen einer Live-OP Übertragung im Wiener Krankenhaus der Barmherzigen Brüder anlässlich eines pan-europäischen Workshops den teilnehmenden Ärzten mit großem Erfolg vorgestellt.

 

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