Hitze und Medikamente: Warum ältere Menschen aufmerksam sein sollten
Polypharmazie, also die Einnahme von mehreren Medikamenten, gilt als große Herausforderung im Alter. Mit jeder zusätzlichen Verordnung steige die Gefahr für Zwischenfälle, sagte Iris Wille, Leiterin der Anstaltsapotheke des Elisabethinen-Krankenhauses Klagenfurt: „Je mehr verschiedene Wirkstoffe man einnimmt, umso größer ist das Risiko für Nebenwirkungen, aber auch für Wechselwirkungen, weil diese einzelnen Wirkstoffe sich natürlich auch gegenseitig beeinflussen können und dann Nebenwirkungen gehäuft und vermehrt auftreten können.“
Wirkung kann verändert werden
Hohe Temperaturen verstärken das Problem zusätzlich. Die Hitze kann die Wirkung verschiedener Arzneimittel verändern, zum Beispiel bei Schmerzpflastern. Durch die Wärme ist die Haut besser durchblutet und kann daher den Wirkstoff zu schnell aufnehmen. Auch andere Medikamente können sich negativ auswirken: „Wenn jetzt Patienten zum Beispiel Entwässerungstabletten nehmen oder für den Blutdruck Medikamente nehmen, dann stört das natürlich auch den Wasserhaushalt.“

Mag. Dr. Iris Wille, MBA, Leiterin der Anstaltsapotheke des Elisabethinen-Krankenhauses Klagenfurt
Körper braucht Elektrolyte und Mineralstoffe
Durch das Schwitzen verliert der Körper noch mehr Flüssigkeit. Daher ist ausreichendes Trinken zur heißen Jahreszeit wichtig. Doch Wasser allein ist zu wenig, denn der Körper braucht auch Elektrolyte und Mineralstoffe, so Wille: „Wenn man jetzt nur normales Leitungswasser trinkt, kann es natürlich sein, dass da zu wenig dieser Elektrolyte drinnen sind. Deswegen empfiehlt sich eher Mineralwasser zu trinken oder Elektrolytlösungen und eine klare Suppe zum Beispiel, die hat ja auch eben diese Salze drinnen.“
Die Expertin appelliert darüber hinaus, körperliche Anstrengung in der prallen Sonne zu vermeiden und vor allem die Mittagszeit in gekühlten Räumen zu verbringen.
