Grünes Licht für das erste Diabeteszentrum in OÖ
Mit rund 1,53 Millionen Einwohner:innen in Oberösterreich und einer Diabetes-Prävalenz von 8–9 % sind schätzungsweise 120.000 bis 140.000 Menschen betroffen – eine Zahl, die moderne, abgestimmte und interdisziplinäre Versorgungsstrukturen notwendig macht.
Interdisziplinäre Versorgung unter einem Dach
Im künftigen Diabeteszentrum wird ein Team aus spezialisierten Berufsgruppen eng zusammenarbeiten, darunter Fachärzt:innen für Innere Medizin sowie Endokrinologie und Diabetologie, diplomierte Pflegefachpersonen mit Schwerpunkt Diabetesberatung, Diätolog:innen, Psycholog:innen, Bewegungs- und Lebensstiltherapeuten, Wundmanager:innen, Fachpersonal für Diabetes-Technologie (Insulinpumpen, Sensoren, Continuous Glucose Monitoring-Systeme) sowie administrative Fachkräfte.
Ziele und Aufgaben des Zentrums
Das Zentrum vereint diagnostische Leistungen, Insulineinstellungen, Diabetestechnologie, Ernährungs- und Bewegungsberatung, psychologische Begleitung sowie umfassende Schulungsprogramme. Ein besonderer Fokus gilt auch der Betreuung von Patient:innen mit Typ-1-Diabetes, einschließlich aller versorgungsrelevanten Technologien.
Im Mittelpunkt steht das Ziel, Patient:innen zu befähigen, ihre Erkrankung selbstständig und kompetent zu managen.
„Wir wollen eine Versorgung schaffen, die zeitgemäß, durchgängig und eng mit Hausärzt:innen sowie niedergelassenen Fachärzt:innen abgestimmt ist. Ziel ist nicht, Patient:innen zu binden, sondern komplexe Fälle gezielt zu übernehmen und sie nach abgeschlossener Behandlung wieder in die Primärversorgung zurückzuführen. Dadurch möchten wir vor allem bereits bestehende Strukturen entlasten“, betont Prim. Univ.-Prof. Dr. Martin Clodi, Abteilungsvorstand der Inneren Medizin am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Linz.
Das Zentrum soll zunächst an einem temporären Standort eingerichtet werden, um zeitnah mit dem Versorgungsauftrag zu starten. Der endgültige Standort mit allen vorgesehenen Kapazitäten soll innerhalb der kommenden drei Jahre realisiert werden. Jährlich sollen im Vollbetrieb zwischen 9.900 und 12.000 Patient:innenkontakte verzeichnet werden.

Priv.-Doz. Mag. Dr. Thomas Berger, MBA; Mag. Hubert Eisl, MBA; Prim. Univ.-Prof. Dr. Martin Clodi