7. März – Tag der gesunden Ernährung: Bewusst essen, gesund bleiben
In Österreich sind rund 15–17 % der Erwachsenen adipös und weitere etwa 35 % sind übergewichtig. Das bedeutet, dass insgesamt somit rund die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung in unserem Land von Übergewicht oder Adipositas betroffen sind. Wie groß die Auswirkungen sind, zeigt ein Blick auf die Erkrankungszahlen. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weiterhin die häufigste Todesursache in Österreich und verursachen rund 30–35 % aller Todesfälle. Rund 800.000–1.000.000 Menschen in Österreich leben mit Diabetes mellitus, davon etwa 90 % mit Typ-2-Diabetes. Aber auch Bluthochdruck oder Adipositas gehören zu den häufigsten internistischen Diagnosen und sie stehen ebenso in engem Zusammenhang mit langfristigen Ernährungsgewohnheiten.
All das ist ein deutlicher Weckruf für eine bessere Ernährungspolitik. Tag für Tag zeigt sich auch im Krankenhaus der Barmherzigen Brüdern Linz, wie eng Ernährung und Gesundheit miteinander verbunden sind. „Was wir täglich essen, entscheidet maßgeblich darüber, ob wir Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen entwickeln. Ernährung ist keine Nebensache, sondern eine zentrale medizinische Präventionsmaßnahme“, betont Prim. Univ.-Prof. Dr. Martin Clodi, Leiter der Internen Abteilung am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Linz. „Wir sehen deutlich, wie Veränderungen im Ernährungsalltag sich positiv auf das Wohlbefinden und den Therapieverlauf auswirken.“, ergänzt die Diätologin der Abteilung, Hermine Schachermayer.
Ernährung und chronische Erkrankungen: Prävention beginnt im Alltag
Ernährungsmedizin ist eine der effektivsten, kosteneffizientesten und nachhaltigsten Präventionsmaßnahmen im Gesundheitssystem. Schon eine Gewichtsreduktion von 5–10 % verbessert Blutzucker, Blutdruck und Lipidprofil signifikant. Darüber hinaus kann eine pflanzenbetonte, ballaststoffreiche Ernährung das Risiko für Typ-2-Diabetes um bis zu 30 - 40 % senken. Internationale Studien zeigen, dass eine pflanzenbetonte, ausgewogene Kost mit hohem Anteil an Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und hochwertigen Eiweißquellen das Risiko vieler weiterer chronischer Erkrankungen deutlich senken kann. Ballaststoffe fördern eine gesunde Darmflora, stabilisieren den Blutzuckerspiegel und wirken sich positiv auf Cholesterinwerte aus. Gleichzeitig spielt die ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen eine entscheidende Rolle für Immunsystem und Zellgesundheit. Am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Linz werden nach ärztlicher Zuweisung zur Diätologie die Patient:innen individuell ernährungstherapeutisch begleitet und informiert.
Ernährung ist einer der wenigen Risikofaktoren, die aktiv und nachhaltig beeinflussbar sind. Ergänzt wird sie im Idealfall mit einer ausreichenden täglichen Bewegung.
Neue Ernährungsempfehlungen: Mehr pflanzliche Vielfalt für die Gesundheit
Die aktualisierten österreichischen Ernährungsempfehlungen setzen klare gesundheitliche Schwerpunkte. Neu ist unter anderem die stärkere Gewichtung von Hülsenfrüchten als eigene Kategorie in der Ernährungspyramide. Empfohlen werden mindestens drei Portionen pro Woche. Eine Portion Hülsenfrüchte entspricht dabei einer geballten Faust (gekocht ca. 125 g). Bei einer vegetarischen Ernährung werden Hülsenfrüchte mindestens viermal pro Woche empfohlen. „Gerade Stoffwechselpatient:innen profitieren vom hohen Ballaststoffgehalt und der hochwertigen pflanzlichen Eiweißquelle ohne gesättigte Fette und Cholesterin“, betont Hermine Schachermayer.
Maßvoller Umgang mit tierischen Produkten
Die Empfehlungen sehen pro Woche nur noch eine Portion Fisch und eine Portion Fleisch vor, optional eine weitere Portion. Eine Portion wird auch dabei definiert als ein handtellergroßes, fingerdickes Stück. Rotes Fleisch – also etwa Rind, Schwein, Lamm – und stark verarbeitete Wurstwaren sollen nur selten konsumiert werden. Auch bei Milch und Milchprodukten gilt ein reduzierter Richtwert von zwei Portionen täglich, bevorzugt fettärmere Varianten. Eine reduzierte Aufnahme stark verarbeiteter Fleischprodukte kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bestimmte Krebsarten senken. Gleichzeitig liefern Fisch und ausgewählte Milchprodukte wichtige Nährstoffe wie Omega-3-Fettsäuren, Calcium und Vitamin B12. Entscheidend ist hier die richtige Menge und Qualität. Bei omnivorer Ernährungsweise liegt die Empfehlung darüber hinaus bei bis zu drei Eiern pro Woche, bei einer vegetarischen Ernährung werden pro Woche bis zu vier Eier empfohlen.
Ernährung als integraler Bestandteil von Prävention und Behandlung
Eine gezielte, evidenzbasierte Ernährungsberatung unterstützt Heilungsprozesse, reduziert Komplikationen und verbessert langfristig die Lebensqualität. Der Tag der gesunden Ernährung am 7. März ist daher auch ein Appell: „Ernährung ist die erste und wirksamste Medizin – lange bevor Medikamente notwendig werden“, so Professor Martin Clodi.

Ernährungspyramide, © BMSGPK