Sommer, Sonne, Kinderaugen: Worauf Eltern jetzt achten sollten
KINDERAUGEN BRAUCHEN BESONDEREN SCHUTZ
„Kinderaugen sind deutlich empfindlicher gegenüber UV-Strahlung als die Augen von Erwachsenen. Die natürlichen Schutzmechanismen sind noch nicht vollständig entwickelt, wodurch mehr schädliche Strahlung ins Auge gelangen kann. Intensive Sonneneinstrahlung kann zu Reizungen, Entzündungen und langfristigen Schäden führen. Wer über Jahre hinweg ungeschützt starker Sonne ausgesetzt ist, erhöht zudem das Risiko späterer Augenerkrankungen wie Katarakt“, erklärt Dr. Peter Reinelt. Besonders tückisch sei direkte Sonne. Kinder sollten daher früh lernen, niemals in die Sonne zu schauen. Schon kurze direkte Einstrahlung kann die Netzhaut schädigen. Treten danach verschwommenes Sehen, Lichtempfindlichkeit oder dunkle Flecken im Blickfeld auf, sollte rasch eine augenärztliche Untersuchung erfolgen.
BABYS GEHÖREN IN DEN SCHATTEN
Für Babys gilt laut Dr. Reinelt ein klarer Grundsatz: keine direkte Sonne. Kinderwagenverdecke, Sonnensegel, Schattenplätze und breitkrempige Hüte seien die beste Wahl. Auch intensive Mittagssonne sollte gemieden werden. Für Kleinkinder kann zusätzlich eine Sonnenbrille sinnvoll sein – vorausgesetzt, sie schützt tatsächlich. Entscheidend seien 100 Prozent UVA- und UVB-Schutz, bruchsichere Gläser und ein angenehmer Sitz ohne Druckstellen. Dunkle Gläser allein seien kein Qualitätsmerkmal. „Eltern sollten beim Kauf auf geprüfte Produkte mit CE-Kennzeichnung bzw. EU-Norm achten. Gerade bei kleinen Kindern entscheidet auch der Tragekomfort darüber, ob eine Brille akzeptiert wird. Eine gute Passform und robuste Materialien sind daher besonders wichtig“, ergänzt David Korzeniowski, Leiter der Augenoptik der Barmherzigen Brüder Linz.
Gut zu wissen: Auch bei bewölktem Himmel oder im Schatten gelangt UV-Strahlung an die Augen. Schutzmaßnahmen bleiben daher auch an weniger sonnigen Tagen sinnvoll.
AUCH SAND UND WASSER REIZEN DIE AUGEN
Nicht nur Sonne kann Probleme machen. Wind, Sandkörner, Chlorwasser oder Salzwasser reizen die empfindliche Augenoberfläche zusätzlich. Besonders an Badeseen oder am Meer steigt die Belastung, weil Wasserflächen UV-Strahlung reflektieren und verstärken können. Eltern sollten daher auch darauf achten, dass Kinder sich nicht mit sandigen Händen in die Augen greifen. Bei Rötungen, Schmerzen, starkem Tränen oder auffälligem Verhalten empfiehlt sich eine zeitnahe augenärztliche Abklärung.
DRAUSSEN SPIELEN BLEIBT WICHTIG
Trotz aller Vorsicht gilt: Zeit im Freien ist für Kinder wertvoll. Studien zeigen, dass ein regelmäßiger Aufenthalt draußen, idealerweise rund zwei Stunden oder mehr, auch für die Entwicklung der Augen förderlich sein kann und das Risiko für Kurzsichtigkeit senkt. „Entscheidend ist nicht der Verzicht auf Sonne, sondern der richtige Umgang mit ihr“, betont Dr. Reinelt abschließend.

Prim. Dr. Peter Reinelt, FEBO, Leiter der
Abteilung für Augenheilkunde am Krankenhaus der
armherzigen Brüder Linz, © ZoeGoldstein (links)
und Mst.David Korzeniowski, Leiter der Augenoptik
der Barmherzigen Brüder Linz, © Barmherzige
Brüder Linz