Spatenstich für neues Zentrum für Entwicklungsmedizin und Autismusfrühintervention in Linz
„Kinder sollen ihren Weg ins Leben mit den bestmöglichen Chancen starten können. Manchmal braucht es dafür besondere Unterstützung – und dann ist entscheidend, dass sie früh und verlässlich da ist. Mit dem neuen Zentrum schaffen wir einen Ort, der Kindern neue Möglichkeiten eröffnet und ihren Familien zur Seite steht. Denn jedes Kind verdient die Chance, seine Stärken zu entfalten und seinen eigenen Weg zu gehen“, so Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer.
„In Oberösterreich arbeiten wir für ein großes Ziel: dafür, dass die Menschen in unserem Land gut und gesund leben können. Kinder mit Entwicklungsstörungen brauchen rasch Zugang zu qualitätsgesicherter Diagnostik, Therapie und Frühintervention. Mit der Finanzierung dieses Zentrums schaffen wir die Voraussetzungen dafür, das Angebot in Oberösterreich gezielt auszubauen und Familien künftig noch besser und möglichst wohnortnah zu unterstützen", betont Landeshauptmann-Stellvertreterin Mag.a Christine Haberlander.
Denn der Bedarf ist groß: Neuronale Entwicklungsstörungen betreffen rund 15 Prozent aller Kinder, Autismus-Spektrum-Störungen etwa zwei Prozent. Eine frühzeitige Diagnose und gezielte Förderung sind entscheidend, um die Entwicklungschancen betroffener Kinder zu verbessern und Familien frühzeitig zu unterstützen. Das Institut für Sinnes- und Sprachneurologie zählt seit vielen Jahren zu den österreichischen Vorreitern in der Entwicklungsmedizin.
„Kindliche Entwicklung geschieht immer im Beziehungsraum zwischen Kind und Eltern. Wenn sich die Entwicklung – insbesondere im Bereich Kommunikation und Sprache – anders gestaltet als erwartet, betrifft dies nicht nur das Kind selbst, sondern die gesamte Eltern-Kind-Interaktion. Bleiben solche Abweichungen unerkannt und unbegleitet, können sie die weitere Entwicklung und das Leben eines Kindes und seiner Familie nachhaltig und mitunter lebenslang beeinflussen. Umso wichtiger ist eine frühzeitige Diagnose und gezielte Unterstützung. Denn je früher diese ansetzt, desto besser können Entwicklungspotenziale genutzt und die Voraussetzungen für ein möglichst selbstbestimmtes Leben geschaffen werden. Dafür braucht es hoch spezialisierte, zugleich kind- und familienzentrierte interdisziplinäre Angebote“, sagt Prim. Priv.-Doz. Dr. Johannes Hofer, Leiter des Instituts für Sinnes- und Sprachneurologie.
„Das Institut für Sinnes- und Sprachneurologie ist seit vielen Jahren ein zentraler Bestandteil unseres medizinischen Angebots. Mit dem Neubau des Zentrums für Entwicklungsmedizin und Autismusfrühintervention schaffen wir nun die räumlichen Voraussetzungen, um diesen Schwerpunkt im Rahmen des Entwicklungsmedizinischen Netzwerks Oberösterreich weiterzuentwickeln, Abläufe besser zu vernetzen und Kinder und Familien in einem modernen, patientenorientierten Umfeld zu begleiten.", so Mag. Hubert Eisl, MBA, Gesamtleiter der Barmherzigen Brüder Linz. Das heißt auch, dass ein besonderes Augenmerk auf einem kindgerechten Raumkonzept liegt: Kinder bleiben während der Diagnostik und Therapie möglichst in derselben vertrauten Umgebung, während die unterschiedlichen Fachkräfte zwischen den Behandlungsräumen wechseln. Dadurch werden Abläufe vereinfacht und Belastungen für Kinder und Familien deutlich reduziert.
Der Neubau schafft zugleich die Voraussetzungen für eine nachhaltige Erweiterung der Versorgungskapazitäten. Durch zusätzliche räumliche und personelle Ressourcen können künftig mehr Kinder und Jugendliche mit Entwicklungsauffälligkeiten und Entwicklungsstörungen frühzeitig und umfassend begleitet werden. Moderne Behandlungs- und Therapieräume, spezialisierte Diagnostik- und Dokumentationsbereiche sowie ein eigener Veranstaltungsbereich für Fortbildungen und Informationsangebote ermöglichen eine zeitgemäße, multiprofessionelle Versorgung auf höchstem Niveau. Gleichzeitig sollen die zusätzlichen Kapazitäten dazu beitragen, bestehende Wartezeiten schrittweise zu reduzieren – insbesondere bei jenen Kindern, bei denen eine frühzeitige Abklärung und Unterstützung von besonderer Bedeutung ist.
Investitionsvolumen von rund 16,9 Millionen Euro
Das neue Zentrum entsteht auf einer Nettonutzfläche von rund 2.135 m² und umfasst fünf Obergeschoße. Ergänzt wird der Neubau durch eine rund 1.630 m² große Tiefgarage, die an die bestehende Mitarbeiter:innen-Garage der Barmherzigen Brüder Linz in der Rudigierstraße angebunden wird. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 16,9 Millionen Euro (exkl. USt.). Die Finanzierung des Hochbaus erfolgt zu 90% durch das Land Oberösterreich. Die verbleibenden 10% des Hochbaus sowie die Kosten für die Tiefgarage tragen die Barmherzigen Brüder Linz.
Im Vorfeld wurde das Projekt durch die externe Unternehmensberatung SOLVE Consulting im Auftrag des Landes Oberösterreich sowohl baulich als auch prozessual umfassend geprüft. Beide Evaluierungen bestätigten die Zweckmäßigkeit und Umsetzbarkeit des Vorhabens.
Die Generalplanung erfolgt durch die E-LITE Techn. Engineering GmbH in Zusammenarbeit mit Stögmüller Architekten ZT GmbH. Die Bauzeit beträgt rund zwei Jahre, die Fertigstellung und Inbetriebnahme sind für September 2028 vorgesehen.
„Der heutige Spatenstich markiert den Beginn eines Projekts mit hoher gesellschaftlicher Relevanz. Bei einem Projekt wie diesem geht es um weit mehr als ein modernes und funktionales Gebäude zu errichten. Es geht darum, bestmögliche räumliche Voraussetzungen für die wertvolle Arbeit des Instituts und für die Menschen zu schaffen, die hier Unterstützung finden", sagt Ing. Jürgen P. Zettl, Geschäftsführer der E-LITE Techn. Engineering GmbH.
Das Projekt auf einen Blick
| Projekt | Zentrum für Entwicklungsmedizin und Autismusfrühintervention |
| Standort | Herrenstraße 25, Linz |
| Nutzung | Institut für Sinnes- und Sprachneurologie (ISSN) |
| Bauherr | Krankenhaus Barmherzige Brüder Linz |
| Generalplaner | E-LITE Techn. Engineering GmbH |
| Architekt | Stögmüller Architekten ZT GmbH |
| Nettonutzfläche Hochbau | ca. 2.135 m² |
| Nettonutzfläche Tiefgarage | ca. 1.630 m² |
| Gesamtkosten | 16,9 Mio. Euro exkl. USt |
| Baubeginn | September 2026 |
| Geplante Inbetriebnahme | September 2028 |
![]() |
| (v. l. n. r.): DI Jörg Stögmüller, Architekt; Ing. Jürgen P. Zettl, Gesamtprojektleiter der E-LITE Techn. Engineering GmbH; Kan. KonsR Dr. Johann Hintermaier, Bischofsvikar; Mag.a Christine Haberlander, Landeshauptmann-Stellvertreterin; Mag. Thomas Stelzer, Landeshauptmann; Prim. Univ.-Doz. Dr. Johannes Hofer, Leiter des Instituts für Sinnes- und Sprachneurologie; Mag. Hubert Eisl, MBA, Gesamtleiter der Barmherzigen Brüder Linz; Frater Nikolaus Deckan OH, Prior und Rechtsträgervertreter der Barmherzigen Brüder Linz; © Barmherzige Brüder Linz/Reisinger |
![]() |
|
Visualisierung Gebäudeansicht Herrenstraße 25 und 27, © Stögmüller Architekten ZT GmbH |

