Chirurgie mit Schwerpunkt Gefäßchirurgie

Akuter Gefäßverschluss

Spezielle Herzrhythmusstörungen (Vorhofflimmern) können dazu führen, dass Blutgerinnsel, welche sich im Herzen gebildet haben, über den Blutstrom verschleppt werden und zu einem Verschluss anderer Arterien, z.B. der Beingefäße führen. Dieser Verschluss führt zu einer akuten Durchblutungsstörung des Beines und ist mit starken Schmerzen, Kälte des Beines und oft neurologischen Ausfällen (Lähmung) verbunden.

Eine rasche Behebung und Wiederherstellung des Blutstromes ist zur Vermeidung einer drohenden Amputation notwendig. Die Amputationsrate des akuten Beinarterienverschlusses reicht in der Literatur bis 35 %. Der Zeitfaktor beeinflusst ganz wesentlich das Ergebnis.Andere mögliche Lokalisationen für einen akuten Verschluss wären Bauch und Darmarterien, dies würde zu massiven Bauchschmerzen und eventuell einem Absterben von Bauchorganen führen. Andererseits könnten auch hirnversorgende Gefäße betroffen sein, dass könnte in weiterer Folge zu einem Schlaganfall führen.


Verschiedene Ursachen können dem akuten arteriellen Verschluss zugrunde liegen:

  • eine Embolie, also ein auf dem Blutweg verschlepptes Gerinnsel (meist aus dem Herzen)

  • Bei vorbestehender chronischer Durchblutungsstörung mit hochgradiger Arterieneinengung kann sich in der Enge ein lokales Gerinnsel bilden, welches die Arterie endgültig verschließt - wir sprechen von einer arteriellen Thrombose

  • der akute Verschluss eines früher angelegten Bypasses

  • Seltene Verschlussursachen sind Aneurysmen oder Dissektionen der Arterien

 

Diagnostik

Klinisch wird das Ausmaß der Mangeldurchblutung beurteilt, mittels Duplexsonografie lässt sich der Verdacht zumeist bestätigen. Die endgültige Abklärung erfolgt dann mittels MRT Angiographie. Diese Bildgebung zeigt die Ausmaße eines Gefäßverschlusses an und ermöglicht zudem eine Darstellung des anderen -„gesunden“ Beines, um auch dort Pathologien aufzudecken.
Bei speziellen Fragestellungen kommt auch eine Kontrastmittel Computertomographie zur Anwendung.

 

 

Therapie

Therapieziel ist die Beseitigung des Gefäßverschlusses und Wiederherstellung der Durchblutung sowie die Erhaltung des Organs bzw. der Extremität. Abhängig vom Ausmaß der Durchblutungsstörung und der Lokalisation und Dauer des Verschlusses wählt man aus drei Therapiemöglichkeiten:

 

Aspirationsembolektomie mit dem Katheter -  mechanisches Absaugen des Gerinnsels

Gefäßverschluss

Gefäßverschluss

Akuter Stentverschluss A. poplitea

Katheteraspirations-embolektomie

 

 

Lysetherpie - medikamentöse Auflösung des Gerinnsels

Gefäßverschluss

Gefäßverschluss

Akuter Trifurkationsverschluss

Katheterthrombolysetherapie

 

 

Akute gefäßchirurgische Embolektomie

Gefäßverschluss

Gefäßverschluss

Akuter Trifurkationsverschluss

Chirurgische Embolektomie

 

 

Als Ergänzung zur lumeneröffnenden Therapie ist zur Vermeidung wiederkehrender Verschlüsse bei Vorhofflimmern die dauerhafte orale Antikoagulation  (Blutgerinnungshemmung) unumgänglich. Hierfür stehen uns mittlerweile mehrere medikamentöse Optionen zur Verfügung.

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