Tuesday 22. May 2012

Inhalt:

Neue gefäßmedizinische Entwicklungen

 

Neue gefäßchirurgische Möglichkeiten beim diabetischen Fuß

 

Die Amputationsfrequenz des Diabetikers ist deutlich erhöht. Für den Gefäßchirurgen besonders schwierig galt der typischerweise weit peripher in den Beinarterien gelegene arterielle Verschlusstyp des Diabetikers. War man noch vor wenigen Jahren der Meinung, dass der Diabetiker die schlechteren Bypassergebnisse zu erwarten hat, stellte sich heraus, dass gerade der Diabetiker geeignet ist für die Anlage von Bypässen bis in den Fußbereich (pedale Bypässe). Zielgefäße dieser Bypässe sind die A. dorsalis pedis und die A. plantaris pedis. Diese neue, ausschließlich für Diabetiker geeignete Bypassform trägt entscheidend dazu bei, die Amputationsraten der Diabetiker weiter zu senken.

 

 


 

 

Carotisoperation im akuten Schlaganfall

 

Seit Jahren ist unsere Abteilung führend in der Carotischirurgie Oberösterreichs. Österreichweit ist unsere Abteilung führend in der Carotischirurgie zum Zeitpunkt des akuten Schlaganfalls. Gemeinsam mit unseren Neurologen begannen wir daher schon vor Jahren, bestimmte ausgewählte Patienten, insbesondere solche, die einen akuten Komplettverschluss der Art. carotis erlitten hatten, sofort im akuten Stadium zu operieren. Zwischenzeitlich haben wir zahlreiche Akutoperationen an der Halsschlagader mit hervorragenden Ergebnissen durchgeführt.

 


 

 

Stentgrafting der Aorta

 

Für die Versorgung des Aortenaneurysmas stehen heute zwei Methoden zur Verfügung. Beide werden an unserer Abteilung angeboten:

 

Einerseits die klassische offene Operation mit Aneurysmaresektion und Ersatz des befallenen Aortenabschnitts durch eine Kunststoffprothese. Diese Methode stellt für den Patienten eine belastende Operation, für das gefäßchirurgische und insbesondere auch für das anästhesiologisch-intensivmedzinische Team eine große Herausforderung dar. Bei großer Erfahrung von Gefäßchirurgen und Intensivmedizinern gelang es trotzdem, die Operationssterblichkeit der offenen Abdominalaortenaneurysma-Operationen der letzten Jahre an unserer Abteilung auf 1 % beim planbaren Eingriff und 32 % im Stadium der Ruptur zu senken. Vorteil der offenen OP-Methode für den Patienten ist, dass das Problem Aneurysma mit der Operation für immer behoben ist.

 

Zusätzlich zur offenen Methode führen wir das so genannte Stentgrafting des Aortenaneurysmas durch. Gemeinsam mit der Röntgenabteilung wird eine Stentprothese von den operativ freigelegten Leistenarterien aus gleichsam im Sinn einer „inneren Aneurysmaschienung“ eingebracht und damit der pulsierende Wanddruck vom Aneurysma ferngehalten. Vorteil der Methode ist zweifelsohne die wesentlich geringere Operationsbelastung des Patienten, wovon vor allem alte Patienten und Patienten mit thrakalem Aortenaneurysma profitieren. Ein Nachteil der Methode ist, dass für deren Anwendbarkeit die Patienten eine Reihe von morphologischen Voraussetzungen am Gefäß erfüllen müssen, was in idealer Weise derzeit nur in etwa 20 % der Aneurysmaträger der Fall ist.

 

Ein weiterer Nachteil der Methode ist, dass die Stentgrafts nicht wie die offen operierte Prothesen fix in das umgebende Gewebe einwachsen, sondern das Aneurysma eben nur von innen schienen. Dies hat zur Folge, dass diese Prothesen im weiteren Verlauf wieder undicht werden können und eine Reihe zusätzlicher Folgeprobleme wie Schenkelknickung oder Prothesenmigration auftreten können. Ständige Nachkontrollen sind daher notwendig.

 

Exakte Patientenauswahl ist wie so oft der Schlüssel zum Erfolg. Für geeignete Patienten bedeutet die Stengraftprothese eine interessante Erweiterung des gefäßmedizinischen Angebots unseres gefäßmedizinischen Zentrums.

 

  

 

 

Moderne Varizenchirurgie durch spezialisierte Gefäßchirurgen

 

Kaum eine Therapie ist derart „modischen Strömungen“ unterworfen wie die Varizentherapie. Der Grund dafür ist einerseits der teilweise fließende Übergang zwischen kosmetischer und medizinischer Indikation, welcher einer seriösen Therapieauswahlberatung bedarf. Andererseits drängen medizintechnische Firmen mit immer neuen Geräten auf einen für sie lukrativen Markt.

Wichtigste Anforderung an eine moderne gefäßchirurgische Varizentherapie ist daher die optimale individuelle Therapieauswahl. Laserstripping und Trivextherapie werden an unserer Abteilung angeboten, sind aber nicht für jedermann geeignet.

 

Moderne Varizentherapie hat in Händen der Gefäßchirurgen nichts mehr mit der früher geübten „Strippingoperation“ gemeinsam. Schonendste Operationstechnik durch minimal klein gehaltene Zugangswege ergibt optimale kosmetische und funktionelle Ergebnisse für unsere Varizenpatienten. Dies erlaubt frühe postoperative Mobilisierung wenige Stunden nach der Operation und deutliche Verkürzung des stationären Aufenthaltes.

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