Am Institut werden Erwachsene und Kinder sowohl strabologisch, pleoptisch, neuroophthalmologisch, elektrophysiologisch sowie kinderophthalmologisch von einem erfahrenen Team aus Orthoptistinnen, Ärzten und Sehfrühförderinnen betreut.
Eines der vordringlichsten Behandlungsziele ist die Therapie der Amblyopie bei Kindern. Durch rechtzeitige Diagnose der Schielform oder eines nicht korrigierten Refraktionsfehlers kann so eine Sehschwäche erkannt und therapiert (Occlusionstherapie und pleoptische Übungen) oder vermieden werden. Hier sind auch die Beobachtungen der Eltern und des Kinderarztes wesentlich. Je nach Schielform wird auch eine prismatische Korrektur zum Ausgleich des Schielwinkels und im Weiteren eine Schieloperation durchgeführt.
Augenstellungsfehler bei Erwachsenen können ebenfalls vielfältige Probleme wie Bildzittern und Unscharfsehen sowie Kopfschmerzen verursachen und werden an unserem Institut neuroophthalmologisch und orthoptisch abgeklärt und therapiert.
Bei erworbenen Schielformen wird nach neuroophthalmologischer Untersuchung der Ort der Schädigung eingegrenzt. Die weitere Abklärung erfolgt in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit der Neurologie des Hauses. Als Ursache kommen unter anderen Schilddrüsenerkrankungen, Augen- und Hirntumore, Multiple Sklerose, Diabetes mellitus, Durchblutungsstörungen oder mitochondriale Erkrankungen in Frage.
Im elektrophysiologischen Labor der Sehschule bieten wir unter modernsten Untersuchungsbedingungen eine komplette elektrophysiologische Abklärung an. Neben Erkrankungen der Sehnerven werden hier Pathologien der gesamten Netzhautfunktion zur Darstellung gebracht oder ausgeschlossen.
Die Prüfung der Opticusfunktion erfolgt mittels visuell evozierter Potenziale (= VEP), die Retinafunktion mittels Elektroretinogramms (= ERG), multifokalen ERG (= MERG) und Elektrookulogramms (= EOG) zur Darstellung gebracht.